Lüttgenrode l "Wir sind überwältigt von der Anteilnahme", berichtete Leiterin Heike Hundertmark-Wedde.

Am Mittwoch kam Deersheims Ortsbürgermeister Wolfgang Englert in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Fallsteinfraktion im Stadtrat vorbei und überreichte der Leiterin in einem Umschlag 200 Euro. "Die Fallstein-Fraktion hat sich entschlossen, jeden zweiten Monat 100 Euro an eine Kita der Stadt Osterwieck zu spenden. Dies wird im Losverfahren entschieden, damit alle einmal an der Reihe sind. Lüttgenrode hat durch den Wassereinbruch nun das Vorrecht eine Spende in Höhe von 200 Euro zu erhalten", erläuterte Englert. Das Geld stammt aus der Aufwandsentschädigung für den Fraktionsvorsitz, von der Englert monatlich 50 Euro für die Kitas stiftet.

Natürlich schaute er sich in der nun geschlossenen Einrichtung, die am Morgen des 17. Novembers bis zu zehn Zentimeter unter Wasser gestanden hatte, um. Vor der Tür sah er einen Riesenberg Mobiliar und Spielzeug, der entsorgt werden muss. "Wenn man weiß, wie schön die Kita eingerichtet war, ist das erschreckend."

Für voraussichtlich ein Vierteljahr müssen die Räume geschlossen bleiben. Die Stadt will nun kurzfristig einen bisher als Lager genutzten Raum herrichten, damit wenigstens die (ab Januar) 24 Kinder im Kindergartenalter wieder zurück nach Lüttgenrode kommen können. Sie werden wie die Krippenkinder derzeit in Bühne, Osterwieck und Wülperode betreut.

Um diesen geplanten Gruppenraum zu beräumen, hatte die Kindertagesstätte Lagerbestände daraus am Sonntag auf dem Lüttgenröder Weihnachtsmarkt zum Verkauf angeboten. "Was jetzt noch übrig ist, wird dem Verein Notruf Ukraine gespendet", erklärte Heike Hundertmark-Wedde. Der Stand auf dem Weihnachtsmarkt habe eine "unheimlich große Resonanz gefunden. Uns wurden auch einfach mal so 50 Euro gegeben, ohne dass jemand etwas dafür haben wollte." Für die Geldspenden und die in vielen Gesprächen geäußerte Anteilnahme richtete Hundertmark-Wedde ihren Dank aus.

Die Kindertagesstätte "Lüttis Rasselbande" ist erst seit sieben Jahren in ihrem Domizil. Zuvor hatte die Gemeinde Lüttgenrode das frühere Sekundarschulgebäude mit großem Aufwand zur Tagesstätte umbauen lassen.