Voller Lebensfreude, Nachdenklichkeit und Hoffnung präsentierte sich das Konzertprogramm des Michael-Praetorius-Chores in Athenstedts Kirche. Gesungen wurde zur Freude der Zuhörer und für eine uralte Uhr.

Athenstedt l Der Chor wartet nicht vorne, sondern er zieht ein, als das Publikum sitzt. "Freedom is coming" singend. Das Loblied der Freiheit hat afrikanische Wurzeln, so wie einige andere der Lieder, die an diesem Nachmittag in Athenstedts Kirche erklingen. Aus Tansania und dem französischen Taizé, von Altmeister Bach und amerikanischer Gospel-Literatur haben sich die jungen Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Domkantor Claus-Erhard Heinrich Werke ausgesucht.

Der Chor wird gebildet von Halberstädter Jugendlichen sowie aktiven und ehemaligen Seminaristen des Kirchenmusikalischen Seminars, einer Ausbildungsstätte für nebenamtliche Kirchenmusiker. Die allerdings von der Landeskirche nun geschlossen wurde. Doch beim Konzert in Athenstedt zeigten die Akteure keine Traurigkeit, unter wechselnder Stabführung wurde mit großer Freude gesungen, gespielt und interpertiert. Da kam Orgel, Cello, Oboe und Klarinette zum Einsatz, Trommel und Nyckelharpa. Kraftvoll, klar und mit großer Innigkeit präsentierten die Akteure ihr Programm, das unter dem großen Titel "Befiehl du deine Wege" stand.

Der Auftritt bot einen Querschnitt dessen, was der Chor auf seiner nächsten Konzertreise außerhalb des Halberstädter Kirchenkreises aufführen wird. So sind die Chormitglieder im Februar unter anderem in Potsdam zu Gast. Konzertreisen führten bereits in den Schweriner Dom, nach Worcester, Malmö und Köln.

Den Chor unterstützt die Pantomimin Angela Kunze-Beiküfner. Auch in Athenstedt war sie mit ihren wortlosen, dennoch beredten Stücken über Alltagshektik und Einsamkeit dabei.

Das Publikum dankte mit langem Applaus und verschloss sich nicht der Bitte um Spenden. Der Auftritt erbrachte 248,81 Euro für die weitere Sanierung einer "metallenen Dame", der alten Turmuhr. Das Uhrwerk aus dem Jahr 1876 war nicht nur zu besichtigen. Der 15-jährige Marvin Walther, der die Uhr wieder zusammengebaut und repariert hatte, beantwortete Fragen zur Uhr.

   

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