Aspenstedt l Weil in diesem Winter auf Aspenstedts Straßen die Beleuchtung abends vielfach zeitiger ab- und morgens erst später angeschaltet wird, regt sich der Unmut zahlreicher Anwohner. "Das veranlasste uns, zu einem Vor-Ort-Gespräch zusammenzukommen", sagte Ortsbürgermeister Rüdiger Müller (CDU).

Um bildlich zu demonstrieren, wie es am späten Abend beim Gang durch die Straßen des Ortes aussehen könnte, zeigten einige Einwohner, dass sie bereits mit Laternen und Fackeln vorbereitet sind. "Manche Ecken sind uns einfach zu dunkel", bestätigt der Ortsbürgermeister.

Im Stadtrat seien bereits 2012 die nötigen Einsparungen bei der Straßenbeleuchtung auch in den Ortsteilen beschlossen worden. Nach Müllers Worten ist im städtischen Sparkonzept von 7000 Euro Einsparung für Strom pro Jahr für den Ortsteil Aspenstedt ausgegangen worden. Fast drei Jahre seien nach dem Votum verstrichen, bis der Stadt- und Landschaftspflegebetrieb (Stala) im November die Schaltungen in Aspenstedt verändert habe.

Jede zweite Lampe - mit rotem Streifen gekennzeichnet - erlischt nun gegen 22 Uhr. Zu früh, sagen Teilnehmer des Treffens, die als Vereinsmitglieder, Gaststättenbesucher und Spätdienstler oft zu fortgeschrittener Stunde unterwegs sind. Es gebe zu viele dunkle Ecken, denn neben den abgeschalteten Laternen hätten einige an den Häusern angebrachte Lampen nicht die nötige Lichtstärke, erinnerte Müller.

Direkt auf dem Platz an der Klopstockquelle parkt Nico Hauptmann nachts sein Fahrzeug. "Dabei wurde jetzt schon zweimal versucht, Benzin abzuzapfen", berichtet der Anwohner. Auch Aufbruchsversuche habe es am Pkw schon gegeben. "Das ist schon ein komisches Gefühl, so etwas kannten wir hier früher gar nicht".

Isabell Diener ist mit ihrem Partner dabei, eine Wohnung auszubauen. "Bei uns wurde eingebrochen, das Werkzeug sowie Kupferkabel gestohlen", sagte sie. Sie wäre froh, wenn auch die Straße vor ihrem künftigem Zuhause wieder mehr Licht bekäme.

Marianne Ahrens erinnerte daran, dass die Anwohner verpflichtet seien, die Gehwege rechtzeitig von Schnee und Eis zu befreien. "Wenn ich morgens gegen 5 Uhr zur Frühschicht nach Halberstadt muss, kann ich jetzt vor unserem Haus im Dunkeln nichts sehen", bedauerte sie. Sie sei im Haus die Einzige, die die Arbeiten erledigen könne. "Und wenn ich dann in Halberstadt sehe, wie alles hell erleuchtet ist, rege ich mich jedes Mal auf." Allerdings gibt es nun auch in Halberstadt Sparschaltungen, die für Kritik sorgen.

Dienstags und mittwochs ist in der Aspenstedter Sporthalle Tanzen angesagt. "Wenn wir dann nach 22 Uhr nach Hause wollen, schließen wir uns oft zusammen und jemand fährt mit dem Pkw andere nach Haus", erläuterte Sabine Bortz. Auch andere Teilnehmer von Veranstaltungen in der Sporthalle seien am späten Abend besorgt über zu wenig Licht in den Straßen. Wie Müller sagte, habe es solche Probleme auch in anderen Ortsteilen gegeben. Vorige Woche sei ein Antrag zu Änderungen in der Straßenbeleuchtung an den Stadtratspräsidenten Volker Bürger (CDU) übergeben worden.

Wie auf Nachfrage in der Stadtverwaltung zu erfahren war, ist dort das Ansinnen der Aspenstedter bekannt. "Die Verwaltung wartet jetzt den Beschluss des Stadtrates ab", so Stadtsprecherin Ute Huch. Da die Veränderungen Bestandteil des Konsolidierungskonzeptes und damit ein Ratsbeschluss waren, müsse nun auch das Stadtparlament über den Antrag des Ortsteiles befinden.