Die Frage, was aus dem Rittergutgelände in Dedeleben werden könnte, beschäftigt Einwohner und Kommunalpolitiker seit Jahren. Nun hat der Gemeinderat Huy den Abriss der Gebäude beschlossen.

Dedeleben l Verfall, wohin das Auge blickt. Am großen Wohnhaus auf dem Rittergutgelände in Dedeleben prangt das Denkmalzeichen. Schönes Fachwerk aus der Renaissance-Zeit. Doch Leben herrscht in dem Gebäude schon seit Jahren nicht mehr und ob es eine Wiedergeburt, eine neue Renaissance geben wird? Danach sieht es derzeit nicht aus. Irgendwann waren neue Fenster eingesetzt worden, das Dach macht einen soliden Eindruck. Doch am Rest der Bauszubstanz hat deutlich der Zahn der Zeit genagt.

Die Wirtschaftsgebäude auf dem Gelände bieten einen noch traurigeren Eindruck. Eingestürzte Dächer, leere Fenstehöhlen. Dieser Anblick soll bald der Vergangenheit angehören. Der Gemeinderat hat den Abriss der Wirtschaftsgebäude beschlossen. In diesem Jahr soll es losgehen. "Wir werden in zwei Bauabschnitten abreißen", berichtet Huy-Gemeindebürgermeister Thomas Krüger (CDU) auf Volksstimme-Nachfrage. Über viele Jahre habe man vergeblich nach einer Nutzung für das große Areal gesucht. "Nur eine Halle wird vom rührigen Reitverein als Reithalle genutzt. Gemeinsam mit dem Verein suchen wir nach einer Lösung für einen Ersatz", sagt Krüger.

Der Ortschaftsrat hatte auf einen Abriss der alten Wirtschaftsgebäude gedrängt, da einige bereits auf benachbarte Privatgrundstücke zu stürzen drohen.

Die Fläche mitten im Ort ist so groß, dass sich hier eine sogenannte innerörtliche Erschließung anbieten würde, sagt Krüger. Im Dorferneuerungsplan für Dedeleben war das bereits einmal so formuliert worden. Das heißt, Bauwillige könnten hier nach den Abrissarbeiten Grundstücke erwerben. Eine Straße auf dem Gelände gibt es bereits, auch die technische Infrastruktur ist zum Teil schon vorhaben.

Das Bauen im Ortskern ist ein Ansatz, den angesichts schrumpfender Einwohnerzahlen viele Gemeinden inzwischen verfolgen. "Auch in anderen Orten haben wir das Problem, das große Gehöfte leerstehen. Was mit diesen Brachen mitten in den Orten geschehen soll, muss unbedingt eins der Themen werden, denen wir uns im Förderprogramm Leader zuwenden", so Huy-Bürgermeister Thomas Krüger.

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