Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hausneindorf hat Ortswehrleiter Uwe Fabian eine positive Bilanz für das Jahr 2014 gezogen. Er äußerte sich aber auch kritisch zu ausgefallenen Lehrgängen und zur Beteiligung an den Dienstabenden.

Hausneindorf l Den Hausneindorfern ist es im vergangenen Jahr gelungen, vier neue Kameraden zu gewinnen. Das ist ein Fakt, den Wehrleiter Uwe Fabian positiv in seinem Bericht hervorhob. "So besteht die Einsatzabteilung nunmehr aus 16 aktiven Kameraden", verkündete er stolz. "Besonders positiv zu bewerten ist, dass sechs Frauen hier ihren Dienst verrichten."

Auch die Anzahl der Atemschutzgeräteträger wurde im Rechenschaftszeitraum erhöht. So verfügt die Wehr zur Zeit über vier ausgebildete Kameraden. "Sicherlich reichen diese Stärken noch nicht aus, aber wir sind auf dem richtigen Weg", befand Fabian. "Negativ auf die Einsatzbereitschaft wirkt sich aus, dass nicht alle Kameraden im Ort arbeiten." Trotzdem ist es der Wehr gelungen, bei Einsatzalarmierungen innerhalb von sieben Minuten mit einer Stärke von mindestens fünf Kameraden auszurücken. Um die gestellten Aufgaben noch besser lösen zu können, organisierten die Hausneindorfer 37 Dienst- und Schulungsabende. Im Durchschnitt lag die Beteiligung bei 58 Prozent. "Hier gibt es eindeutig Reserven", kritisierte der Wehrleiter.

Auch das Lehrgangsangebot auf Landkreisebene wurde von den Kameraden genutzt. Sie absolvierten den Grundlehrgang (drei Wehrleute), den Lehrgang für Atemschutzgeräteträger (2), die technische Hilfeleistung (1) und die technische Hilfeleistung im Bereich Bahn (1).

"Den Lehrgang ,technische Hilfeleistung, Auffrischung` wollten zwei Kameraden besuchen. Dieser fiel aber wieder einmal kurzfristig aus", berichtete Fabian weiter. "Die betreffenden Kameraden sind damit schon zum zweiten Mal vergeblich zur Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) nach Thale gefahren." Dieser Umstand wurde auch später in der Diskussion erörtert. Fabian sagte dazu: "Informationen zu den jeweiligen Lehrgänge werden einfach zu spät mitgeteilt. Außerdem wäre es sinnvoll in der FTZ einen Bereitschaftsdienst einzurichten, der zweimal die Woche erreichbar ist."

Die Hausneindorfer bildeten sich in Sachen Digitalfunk weiter. Fünf Wehrleute nahmen hier teil. Drei Kameraden absolvierten die Atemschutzstrecke sowie einen Lehrgang in Gatersleben. Ein Hausneindorfer bestand den Lehrgang zum Wettkampfrichter. Ein Höhepunkt war die Ausbildung im Brandcontainer in der FTZ Thale, an der zwei Kameraden teilnahmen.

Einen Dienstabend nutzten die Feuerwehrleute, um das Wissen in der Ersten Hilfe aufzufrischen. Zwei Kameraden beteiligten sich an der Einweisung im Umgang mit der Drehleiter in Hedersleben.

Im Jahr 2014 wurden die Hausneindorfer zu neun Einsätzen gerufen, im Vorjahr waren es nur sieben Einsätze. Darunter waren eine Tragehilfe, ein Brandeinsatz in Heteborn, drei Verkehrsunfälle in Hedersleben und Heteborn. Einmal galt es, eine Ölspur in Hausneindorf zu beseitigen. Ein defekter Hydrant im Ort verursachte eine weitere Alarmierung. Dazu gesellten sich zwei Übungen in Hausneindorf und Hedersleben. "Allein, bei den Einsätzen wurden von uns 126 Stunden geleistet", betonte Fabian.

Zusätzlich absolvierten die Kameraden zwei Arbeitseinsätze in der Gemeinde. Bei den Festen war erneut Verlass auf sie. Traurig empfand Fabian den Umstand, dass zum 120-jährigen Jubiläum der Wehr niemand vom Verband den Weg nach Hausneindorf gefunden hat. "Eine Ehrenurkunde gab es schon gar nicht", bedauerte er. "In der Verbandsgemeinde werden außerdem Entscheidungen getroffen, ohne vorher mit der betroffenen Feuerwehr zu sprechen. Da wäre die ersatzlose Außerdienststellung des Rettungssatzes von Hausneindorf anzuführen. Die Zusammenarbeit zwischen Verbandsgemeinde-Wehrleitung und Ortswehrleitung hat sich verschlechtert." In den Beratungen gehe es nur noch um die Kosten und die Fahrzeugkonzeption. Themen, wie gemeinsame Ausbildung und Übungen kämen zu kurz.

"Überrascht war ich über die große Teilnahme an der Demo in Magdeburg, bei der es doch um unsere Zuweisungen vom Land ging", sagte Fabian. "Außer fünf Kameraden aus Ditfurt und drei aus Hausneindorf war niemand aus der Verbandsgemeinde vertreten." Zum Abschluss hob er die Kameradschaft der Wehren in der Bode-Selke-Aue hervor gemeinsame Übungen und Ausbildungen seien hier machbar.