Langenstein (sc) l Mit Georges Petit und Richard Kosinski sind es zwei Überlebende, die in diesem Jahr zu den Tagen der Begegnung nach Langenstein-Zwieberge reisen. Gemeinsam mit Angehörigen anderer Überlebender aus Belgien, Frankreich, Italien, Lettand, Polen und den Niederlanden gedenken sie der Befreiung des Konzentrationslagers vor 70 Jahren. "Wir erwarten in diesem Jahr rund 90 Gäste", berichtete Hanka Rosenkranz vom Förderverein der Gedenkstätte Zwieberge auf Volksstimme-Nachfrage. Unter den Gästen wird auch der Sohn eines us-amerikanischen Soldaten sein, der am 11. April 1945 bei der Lagerbefreiung dabei war.

Zum Programm der Tage der Begegnung gehören ebenfalls wieder Zeitzeugengespräche. Diesmal sind die Überlebenden sowie Kinder und Enkel von Überlebenden zu Gesprächen im Käthe-Kollwitz-Gymnasium und in den Berufsbildenden Schulen in Böhnshausen zu Gast, um mit den Jugendlichen über die Ereignisse vor mehr als 70 Jahren und deren Folgen zu sprechen. Wobei auch gegenwärtige Entwicklungen thematisiert werden dürften.

Die ausländischen Gäste und ihre Gastgeber treffen am 9. April das erste Mal aufeinander. Am Freitag, dem 10. April, stehen neben den Diskussionsrunden mit den deutschen jugendlichen die Besichtigung des Stollens auf dem Programm. Die Häftlinge hatten 1944/1945 ein 13 Kilometer langes Stollensystem in die Thekenberge treiben müssen, weil die Nazis die Rüstungsproduktion unterirdisch und damit geschützt vor Bombenangriffen fortsetzen wollten.

Die Tage der Begegnung bieten seit den 1990er Jahren über Länder- und Generationengrenzen hinweg eine einzigartige Plattform für Diskussion und Austausch darüber, wie die Erinnerung an die Opfer bewahrt, wie der Umgang mit der Geschichte lebendig gestaltet werden kann. Finanziert werden die Begegnungen von der Landeszentrale für politische Bildung, der Harzsparkasse, der Landtags- und der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke, der Stiftung "Erinnerung - Verantwortung - Zukunft" und privaten Spendern.