Bauschäden sind auf der Friedrich-Ebert-Straße in Halberstadt entdeckt worden. Dort senken sich Borde, die die Gleise der Straßenbahn von der Fahrbahn trennen. Die Straße ist erst vor zehn Jahren grundhaft ausgebaut worden.

Halberstadt l Baudetektive ermitteln derzeit auf der Friedrich-Ebert-Straße in Halberstadt, was auf der vielbefahrenen Bundesstraße zu Verkehrsbehinderungen führt. Im Auftrag der Halberstädter Verkehrs Gesellschaft (HVG) untersuchen Baufachleute Borde an den Gleisen der Straßenbahn, die sich abgesenkt haben, informiert auf Volksstimme-Nachfrage HVG-Geschäftsführer Axel Wöhlbier. Eine Fahrspur der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Friedenstraße und Erich-Weinert-Straße ist daher für den Verkehr gesperrt und der Straßenbahnverkehr auf der Linie 2 Hauptbahnhof-Herbingstraße eingestellt.

Für etwa 700 000 Euro ist die Friedrich-Ebert-Straße 2005 im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit dem Land, der Stadt und der HVG grundhaft saniert worden. "Normal ist das nicht, dass sich so kurz nach dem grundhaften Ausbau der Straße und der Straßenbahngleise die Borde absenken", berichtet Axel Wöhlbier.

"Wir müssen auch wissen, ob die Schäden nur punktuell auftreten und repariert werden müssen. Oder, ob eine großflächige Erneuerung notwendig ist."

HVG-Geschäftsführer Axel Wöhlbier

Derzeit betreibt man Ursachenforschung. Aus diesem Grund ist an vier Stellen die Straße geöffnet worden, um Beweise zu sichern. "Wir müssen auch wissen, ob die Schäden nur punktuell auftreten und repariert werden müssen. Oder, ob eine großflächige Erneuerung notwendig ist", sagt der HVG-Geschäftsführer. Wichtig sei auch, zu erfahren, ob es Materialfehler sind oder ob schlecht gearbeitet wurde. Wöhlbier rechnet nicht damit, dass es schnell zur Ausbesserung der Schäden kommen wird. Ein Rechtsstreit mit der Baufirma könnte lange dauern. Trauriges Beispiel dafür ist die B 81 zwischen Halberstadt und Emersleben. Das Land Sachsen-Anhalt streitet sich bereits seit Jahren mit einer Baufirma, nachdem die frisch sanierte Straßendecke wieder zerbröselt ist. Gefährlich sei die Bordabsenkung weder für den Straßenbahnbetrieb noch für den Straßenverkehr, stellt Axel Wöhlbier fest. "Trotzdem müssen wir wissen, was los ist."

Die Arbeiten in der Ebert- Straße hat die HVG zeitgleich mit der Erneuerung von Kanalleitungen durch die Halberstadtwerke in der Klusstraße zusammengelegt. Dort musste ein sechs Meter langes Straßenbahngleis entfernt werden, weil direkt unterhalb in fünf Meter Tiefe die defekten Leitungen ausgewechselt werden. Daher fährt die Linie 2 derzeit nicht, dafür im 30 Minuten-Takt Busse im Ersatzverkehr. Ab Dienstag nächster Woche rechnet Axel Wöhlbier damit, dass die Straßenbahn wieder fährt.