Geschafft, aber zufrieden sind die Mitglieder des Vereins "Windmöhle un Backhus" am Ende des Mühlenfestes an der Bockwindmühle von Anderbeck. Zwei Tage wurde unter den sich drehenden Mühlenflügeln gefeiert.

Anderbeck l "Wir sind restlos ausverkauft. Die Schlange der hungrigen Besucher ist nicht abgerissen", sagt Gerald Grzeschniok, der Vorsitzende des Vereins "Windmöhle un Backhus" zufrieden. Zwei Tage lang wird in Anderbeck zu Pfingsten traditionell im Schatten der Bockwindmühle das Mühlenfest gefeiert. "In diesem Jahr hat einfach alles gepasst. Das Wetter hat perfekt mitgespielt und die Besucher sind richtig gut drauf gewesen und haben sich vom Zauber der Mühle einfangen lassen."

Tatsächlich wähnt man sich wie in einem der Grimmschen Märchen, wenn sich die Flügel der Bockwindmühle drehen. Diese neuen Flügel, die Mühlenbauer Axel Brüggemann aus Dingelstedt im vergangenen Jahr anlässlich des 150. Geburtstag "maßgeschneidert" hat, sollen sich sogar regelmäßig bewegen, um lange zu halten. "Sonst könnten sie sich kaputt stehen", erklärt der Fachmann. Die Feuchtigkeit müsse "herausgedreht werden".

Seit einigen Jahren ergänzt ein Backhaus mit einem Holzbackofen das malerische Areal am Rande von Anderbeck. Hier zaubern die Vereinsmitglieder Kuchen und Brot nach traditionellen Rezepten. "Über 300 Brote und 60 Bleche Kuchen sind verkauft worden", sagt der Vereinschef. Mit dem Erlös sei der Verein in der Lage, kleinere Reparaturen zu finanzieren.

Auch eine Premiere gab es zum Mühlenfest. Quasi in letzter Minute sei noch der große Kessel fertig geworden, der auf einem Dreibein über dem Feuer hing und aus dem Erbsensuppe ausgeschenkt wurde. Auch diese sei schon nach relativ kurzer Zeit ausverkauft gewesen.

Zum Verein gehören zurzeit 20 Mitglieder, die zum Mühlenfest regelmäßig zu Höchstform auflaufen. Ob als Bäcker, Grillmeister, Karusselldreher oder Kuchenverkäufer, ob bei den Vorbereitungen oder beim Aufräumen nach dem Fest, jeder hat seine Aufgabe. Weil die Bockwindmühle offen und in allen Etagen zu besichtigen ist, muss auch hier immer mindestens ein Verantwortlicher zugegen sein, der alle Fragen beantwortet, und vor allem die rotierenden Teile im Inneren der Mühle beaufsichtigt.

Auch die Anbieter, die mit Käse, Marmelade, Hausschlachteware, Getränken, Eis und Zuckerwatte das vereinseigene Angebot ergänzten, zeigten sich recht zufrieden mit dem Wochenende.

Für die Kinder drehte sich das historische Karussell, das völlig ohne Strom auskommt, und eine Hüpfburg lockte zum Toben. Diese habe erst in Eilsdorf zum Pfingstfest auf dem Sportplatz gestanden und kommt seit Jahren danach direkt nach Anderbeck. "Das klappt prima", sagt Gerald Grzeschniok und kündigt gleich das nächste Fest an, das an der Mühle geplant ist.

Am ersten Sonntag im September wird der Verein "Windmöhle un Backhus" zum Apfelfest einladen. Dann werden im Backhaus wieder Brote und ganz bestimmt auch frischer Apfelkuchen gebacken.

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