Einen Schritt in Richtung des ersten Arbeitsmarktes gehen und dabei einem engagiertem Verein aus der Region unter die Arme greifen. Das haben sich insgesamt 20 Arbeitssuchende im Rahmen eines Projektes des VHS-Bildungswerkes zur Aufgabe gemacht. Bei der von der Arge und der Koba geförderten Maßnahme wurden zwei alte sogenannte Tonwagen für die Schlanstedter Feldbahn "in Schuss" gebracht.

Von Thomas Junk

Halberstadt. Der Vorführ- effekt wirkte nahezu inszeniert. Als Constantin Schnee vom Feldbahner-Verein die kleine Zugmaschine anschmeißen wollte, um die instandgesetzten Anhänger zur Probe rollen zu lassen, streikte der Motor. Aber auch im Stehen machten die roten Anhänger aus Holz eine gute Figur.

Ein knappes Jahr lang hatten die 20 1-Euro-Jobber in einer sogenannten Arbeitsgelegenheit die beiden Bahnanhänger restauriert, so dass sie jetzt als Mannschaftswagen für die Feldbahner zur Verfügung stehen. "Die Zusammenarbeit mit der Schlanstedter Feldbahn ist seit vielen Jahren gewachsen", erklärte Andrea Blauwitz, Standortverantwortliche des VHS-Bildungswerkes in Halberstadt. Bereits im vergangenen Jahr habe es ein ähnliches Projekt gegeben. Im April 2010 wurde ein rollstuhlgerechter Anhänger für Behinderte und Kinderwagen übergeben. Insgesamt sind es schon einige Exemplare des Schlanstedter Fuhrparks, die in der Werkstatt des Bildungswerkes in der Rudolf-Diesel-Straße rekonstruiert worden sind.

Neben den sehenswerten Wagen, die am Ende des Projektes herausgekommen sind, hat diese Arbeitsgelegenheit aber noch weitere Ergebnisse, wie Andrea Blauwitz erklärt: "Das Geld, das die Teilnehmer bekommen haben, wurde von ihnen gespart um sich so den Pkw-Führerschein zu finanzieren." Die knapp über 100 Euro, die sich die Teilnehmer monatlich dazu verdient haben, wurden treuhänderisch vom Bildungswerk verwaltet und in die Pkw-Ausbildung investiert. Zwölf Führerscheine konnten am Ende ausgestellt werden. "Das ist ein sehr schönes Ergebnis", so Blauwitz, die betonte, wie wichtig eine Fahr- erlaubnis für den Arbeitsmarkt ist.

"Das ist eine Arbeitsgelegenheit, bei der in mehrfacher Hinsicht etwas rauskommt"

Den Teilnehmern hat die Aufgabe sichtlich Spaß gemacht. "Das ist eine Arbeitsgelegenheit, bei der in mehrfacher Hinsicht etwas rauskommt", so Blauwitz. Denn neben den rekonstruierten Anhängern und den Führerscheinen hätten alle Teilnehmer auch handwerkliche Fähigkeiten erworben, die für den Arbeitsmarkt von Interesse seien.

Über das Ergebnis freuten sich auch die Feldbahner. Der Vereinsvorsitzende Michael Klein nutzte die Gelegenheit, sich bei allen für die getane Arbeit zu bedanken. "Die Wagen sind wunderschön geworden. Da werden sich viele unserer Fahrgäste künftig dran erfreuen", so Klein.

Und während Constantin Schnee weiterhin damit beschäftigt war, die Zugmaschine der Feldbahn wieder in Gang zu bekommen, warf er schmunzelnd ein: "Sie sehen, hier besteht noch mehr Bedarf." Und vielleicht ist das ja das nächste Projekt, das das Bildungswerk zusammen mit der Koba angehen wird: Eine Zugmaschine für die Schlanstedter Feldbahn wieder instandsetzen.

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