Beim Tag des Geotops konnten auch in diesem Jahr wieder Steinbrüche, Felsen und historische Bergwerke erkundet werden. Im Steinbruch bei Hoppenstedt eine äußerst seltene Gelegenheit.

Hoppenstedt l In Hoppenstedt bestand am Sonntag - und wirklich nur an diesem Tag - die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung des geologischen Präparators Frank Trostheide vom Museum für Naturkunde in Magdeburg bis direkt an die Wände des Steinbruchs zu gelangen. Der Kalksteinbruch in Hoppenstedt, in dem von 1905 bis 1972 Kalkstein abgebaut wurde, ist ein Flächennaturdenkmal.

Ruhiges, sonniges Herbstwetter bescherte dem Präparator regen Zulauf im Steinbruch. Rund 130 Besucher klopften mit ihren spitzen Hämmern Gesteinsplatten auseinander. Die meisten hatten Glück und fanden Abdrücke und Versteinerungen von Fossilien, die hier vor 90 Millionen Jahren in einem Meer lebten.

Wie die Meerestiere in den heutigen Steinbruch gelangten, erfuhren die Besucher am Informationstisch des Präparators. In anschaulicher Weise beschrieb er die Entstehung der unterschiedlichen Gesteinsschichten und wie sie sich mit den Jahrmillionen empor hoben. Trostheide vermittelte die Entstehung der Erde, ihrer Rohstoffe und auf welchen Fundamenten die heutige Landschaft ruht.

Dieses "Fundament" im Kalksteinbruch Hoppenstedt birgt eine Vielzahl an Fossilien wie Muscheln, Tintenfische, Seeigel, Schwämme, Wirbeltiere und Haizähne. "Mit viel Glück findet man auch mal Versteinerungen eines Meeressauriers", sagte Frank Trostheide.

"Am Tag des Geotops ist es möglich, einen Zugang der Besucher zur Geologie und Verständnis aufzubauen. Es macht Spaß wenn die Leute etwas finden und ich ihnen ihren Fund sachkundig erklären kann", berichtete der Fachmann. Hoppenstedts Steinbruch hat unter Experten ein besonderen Ruf: Erdgeschichtlich interessierte Besucher fanden sich nicht nur aus dem Halberstädter Raum ein, sondern aus Hannover, Wolfenbüttel, Braunschweig und Bremen.