Es darf wieder "geSchmaZt" werden in der Calvörder Schule "Brüder Grimm". Die Volksstimme hat das Projekt "Schüler machen Zeitung" (SchmaZ) gestartet. Die Achtklässler der Sekundarschule beteiligen sich im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses "Moderne Medienwelten" am Projekt, lesen vier Wochen lang jeden Tag gemeinsam Zeitung. Die Schule hat sogar eine eigene Schülerzeitung mit dem Titel "So nebenbei".

Calvörde. Mit dem Lesen der Tagespresse und dem Aufbau einer Zeitung beschäftigen sich gegenwärtig 33 Mädchen und Jungen der achten Klasse der Sekundarschule Calvörde in ihrem Kurs "Moderne Medienwelten". Da kam ihnen das "SchmaZ-Projekt" der Volksstimme gerade recht. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Anke Kostroch, Roswitha Hilbrecht und Antje Plock beschäftigen sich die 33 Schülerinnen und Schüler aufgeteilt in drei Gruppen mit der Tageszeitung. "Wenn die Schüler eine Zeitung in die Hand bekommen, ist das eine ganz andere Arbeitsatmosphäre, als wenn sie in ein Lehrbuch schauen sollen", weiß Anke Kostroch und erklärt: "Alle Schüler und Lehrer haben fächerübergreifend die Chance, die Tageszeitung für den Unterricht zu nutzen."

"Gemeinsam Zeitung lesen – das macht Spaß", gestehen die Achtklässler. "Mich interessiert alles, was über Handball zu lesen ist", sagt Stefan Hoffmann. Und auch Luisa-Marie Klappoth gesteht, dass sie darauf brennt, von der Handballmeisterschaft alle Ergebnisse zu bekommen. "Fußball – das ist mein Sport", ergänzt der 15-jährige Dominik Schmandt und erklärt: "Ich spiele selbst auch Fußball bei der Jugendsportgemeinschaft Flechtingen-Calvörde." Nicole Gohle schneidet alle Artikel aus, die sie über Tiere finden kann. Für den Wirtschaftsteil interessiert sich Marcel Lehmann. Der Lössewitzer möchte später in der Landwirtschaft arbeiten.

Mehr hübsche Mädchen als Hingucker in der Volksstimme wünscht sich feixend Oliver Masche. "In der Zeitung steht viel zu viel über Politik", stellt Dominik Gauert aus Eickendorf fest und ergänzt: "Ich würde viel lieber etwas über Comedy-Stars lesen."

Damit sind sie in Sachen Tageszeitung nicht nur gut im Bild, sondern "löchern" die Volksstimme-Redakteurin mit Fragen zum Beruf: "Wie wird eine Reportage aufgebaut? Wie muss ich ein Interview gestalten? Und wann hat ein Redakteur Feierabend?"

Lehrerin Antje Plock präsentiert stolz den Jugendlichen ihrer Gruppe einige Artikel, die beweisen, dass sie selbst 1993 einmal als freie Mitarbeiterin bei der Volksstimme gearbeitet hat. Die Jugendlichen staunen, als sie ihre "Paukerin" als rasende Reporterin abgedruckt entdecken.

Lukas Leube aus Flechtingen würde gern noch mehr über Spielneuheiten der Computerwelt lesen, während Hendrik Stelzer großen Wert auf Neuerscheinungen von Büchern und Spielen legt. Bei den Mädchen stehen die Partyfotos, die es auf den Volksstimme-Internet-Seiten zu sehen gibt, auf Platz Nummer eins. "Vielleicht könnten auch die Bilder, die zum Beispiel von der Mobsey-Party in Weferlingen geschossen werden, im Internet stehen?", fragen Jennifer Große aus Flechtingen und Patricia Helwig aus Calvörde.

Am Ende des Projektes sollen in jeder Gruppe ein oder auch mehrere Artikel entstehen. Sogar erste Ideen gibt es. So möchte eine Gruppe recherchieren, um einen Artikel über die Berufsmöglichkeiten bei der Bundeswehr zu schreiben.