Auf einer Länge von einem Kilometer werden an der Ohre, zwischen der Hamburger und Jakob-Uffrecht-Straße, Pappeln gefällt. Die Bäume drohten zu brechen und waren teilweise mit einem Pilz befallen. Für Ersatzpflanzen ist bereits gesorgt.

Haldensleben l Der Aller-Ohre-Radweg ist noch bis zum Freitag zwischen der Hamburger und Jakob Uffrecht-Straße gesperrt. Am Rand des Radweges entfernt derzeit eine Firma aus dem Mansfelder Land im Auftrag der Stadt Haldensleben alte Pappeln. Wie Lutz Zimmermann, Pressesprecher der Stadt Haldensleben, erklärt, waren die Bäume aufgrund ihres hohen Alters zu einer Gefahr für die Passanten auf dem Weg geworden. Die Stadt müsse die Bäume fällen lassen, um zu verhindern, dass abbrechende Äste auf den Radweg fallen und Menschen verletzen. "Die ganze Aktion hat in der Planung mehrere Monate gedauert, weil die Bäume im Flora-Fauna-Habitat der Unteren Ohre stehen", sagte Zimmermann. Aus diesem Grund gelten für die Baumfällaktion besondere Auflagen: Nistkästen für Fledermäuse und Vögel mussten angebracht werden und die Reste der Baumschnitte vor Ort verbleiben. "Davon sollen sich die Biber Baumaterial und Nahrung nehmen können", erklärte Zimmermann.

Die Stümpfe der gefällten Pappeln sollen ebenfalls im Erdreich bleiben. Die könnten nach Planung der Stadt wieder austreiben und so zu einem Rückzugsraum für Insekten werden. Als Ersatz für die gefällten Bäume muss die Stadt Weiden pflanzen lassen. "Die sind beständiger als Pappeln und können auch nicht ohne Weiteres brechen", erklärt Zimmermann.

Etwa 25000 Euro, ohne die Ersatzpflanzen, kostet die Aktion, die Zimmermann als Baumfällen mit Augenmaß beschreibt. So werden nicht alle Pappeln aus dem Gebiet entfernt. "Nur wenn die Bäume so stehen, dass sie auf den Radweg fallen könnten, werden sie auch entfernt", berichtete Zimmermann. Pappeln, die direkt am Ufer der Ohre, aber weit entfernt vom Radweg stehen, könnten erhalten bleiben. Auch die Bäume am gegenüberliegenden Ufer bleiben unberührt, weil auf der Wiese kein Weg entlang führt.

Für die Natur lohnt sich der Eingriff: Die Brut- und Nistkästen bleiben auch nach der Aktion bestehen und bieten so einen dauerhaften Wohnsitz für seltene Vögel und Fledermäuse.