Die beiden Hobbyhistoriker Klaus-Peter Keweloh aus Hillersleben und Gerhard Wallbaum aus Magdeburg arbeiten des Öfteren bei der Erforschung der Hillersleber Geschichte zusammen. Jetzt haben sie Fakten über den aus Hillersleben stammenden Maler Wilhelm Busse ausgegraben.

Hillersleben l "Vor kurzem habe ich in dem Buch ,Das war das 20. Jahrhundert im Ohrekreis` einen kleinen Eintrag über einen gewissen Wilhelm Busse aus Hillersleben gefunden", erzählt Klaus-Peter Keweloh. Daraufhin bat er Gerhard Wallbaum darum, über besagten Busse zu recherchieren.

Gerhard Wallbaum wurde fündig. Hier das Ergebnis: Im Neuhaldensleber "Wochenblatt" erschien im Jahr 1922 nach dem Tod des akademischen Zeichenlehrers und Landschaftsmalers Carl Wilhelm Busse nachfolgende Veröffentlichung. "Am 11. April 1911 stirbt in Magdeburg der akademische Zeichenlehrer und Landschaftsmaler Wilhelm Busse, der 1859 in Hillersleben geboren wurde. Ein Berliner Professor hatte sein Talent entdeckt.

"Er wird die Knabenschule in Neuhaldensleben absolviert haben, um danach ein Lehrerstudium aufzunehmen."

Busse legte nach kurzer Tätigkeit in Hundisburg seine Zeichenlehrerprüfung für höhere Schulen in Kassel ab. Dann wurde er als Real- und Oberrealschullehrer tätig. Am liebsten malte er heimatliche Motive. Sehr bekannt ist das Hünengrab beim Forsthaus Eiche. Auch seinen Heimatort Hillersleben hat Busse oft gemalt."

Gerhard Wallbaum hat aber noch intensiver über Wilhelm Busse nachgeforscht und weitere Details aus dem Leben des Malers herausgefunden. So wurde Busse am 29. März 1859 im Amtsdorf Hillersleben als Sohn des dortigen Dorfschullehrers und Kantors Adjunet August Wilhelm Eduard Busse und dessen Ehefrau Catharina Elisabeth, geborene Wilke, geboren. Getauft wird Wilhelm Busse am 25. April von Pastor Münnich in der Kirche zu Hillersleben. Gerhard Wallbaum hat sogar die Namen der Taufzeugen herausgefunden.

Ab 1865 besuchte Wilhelm Busse die alte Hillersleber Dorfschule in der Schulstraße. "Er wird sicher nach seiner Konfirmation ab 1873/74 die Knabenschule, später Mittelschule, in Neuhaldensleben absolviert haben, um danach ein Lehrerstudium aufzunehmen", vermutet Gerhard Wallbaum. Zu dieser Zeit war sein Vater weiter Dorfschullehrer und Kantor, von 1874 bis 1889 sogar Standesbeamter in Hillersleben.

"Bis zum Tode seines Vaters war er vermutlich oft in Hillersleben und hat hier viele seiner Landschaftsbilder gemalt."

An der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in der Brandenburger Straße in Magdeburg ist Wilhelm Busse 1895 als Zeichenleherer tätig. "Zu der Zeit wohnte er in Magdeburg-Neustadt in der Rogätzer Straße 85a", hat Wallbaum herausgefunden. Vater Busse verstarb 1900 im Alter von 75 Jahren in Hillersleben. "Bis zum Tode seines Vaters war er vermutlich oft in Hillersleben und hat hier viele seiner Landschaftsbilder gemalt", so Gerhard Wallbaum.

Noch vor 1900 wechselte Wilhelm Busse von der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule zur Guericke-Oberrealschule in der Ravensberger Straße in Magdeburg. "In der Stadt wurde er 1920 als akademischer Zeichenlehrer und Landschaftsmaler bekannt. Damals vermutlich noch an der Guericke-Oberrealschule", schreibt Gerhard Wallbaum.

Sowohl Klaus-Peter Keweloh als auch Gerhard Wallbaum haben noch kein Bild gesehen, das von Wilhelm Busse gemalt worden ist. "Vielleicht können ja die Leser der Volksstimme helfen, die im Besitz eines Bildes von Wilhelm Busse sind", bitten die beiden Hobbyhistoriker um Mithilfe.