Die Kindertagesstätte an der Maschenpromenade befindet sich seit 20 Jahren in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Haldensleben. Eine ganze Woche lang soll dieses Ereignis in der Kita gefeiert werden.

Haldensleben l Wie schon am 1. April 1994 war es auch am 1. April 2014 Eberhard Resch vorbehalten, die evangelische Kindertagesstätte St. Marien zu segnen. Genau 20 Jahre liegen zwischen beiden Terminen, Resch ist mittlerweile Pfarrer im Ruhestand, und es könnte gut und gern der Nachwuchs der "Erstbezieher" sein, der heute die Einrichtung an der Maschenpromenade besucht.

Es sei nicht einfach gewesen, die Idee von einer Kita in evangelischer Trägerschaft in Haldensleben umzusetzen, erinnert sich Leiterin Monika Otto. Dementsprechend legt sie auf den Geburtstagsteller neben Blumen und Schmetterlingen aus Filz auch Steine - symbolisch für die, die ihr und ihren Mitstreitern damals in den Weg gelegt wurden. "Es waren nicht alle von dieser Idee begeistert", weiß auch Haldenslebens Bürgermeister, Norbert Eichler. Doch die Mehrheit der Stadträte habe den Weg für diese Kita geebnet, und nach wie vor stehe die Stadt zu dieser Einrichtung, unterstreicht er.

Das trifft auch auf den Gemeindekirchenrat von St. Marien Haldensleben und den Landkreis zu. "Genauso wie die Stadt Haldensleben standen sie uns als Partner von Anfang an zur Seite", ergänzt Eberhard Resch. Und das soll - zumindest von Seiten des Gemeindekirchenrats - auch so bleiben. "Ich hoffe, dass wir auch in 20 Jahren hier wieder einen Geburtstag feiern können", wünscht sich Friedhelm Ruths. "Denn das hier ist die Kinderstube unserer Kirchengemeinde. Sie steht allen offen, die zu uns kommen und wollen, dass wir den Kindern Gottes Wort näher bringen."

Es sei viel Gottvertrauen nötig gewesen, überhaupt den Schritt zu wagen, eine Kindertagesstätte in Trägerschaft zu übernehmen, erzählt Eberhard Resch. "Wir hatten schon alle ein bisschen Angst davor, denn zu DDR-Zeiten ging es den Kirchengemeinden schlecht, die eine Kita hatten", blickt er zurück. So hatte es auch drei Jahre gedauert, bis aus dem städtischen Kindergarten ein kirchlicher wurde. "1991 hatte der Gemeindekirchenrat seine Zustimmung gegeben, doch erst am 8. März 1994 konnte der Überleitungsvertrag unterschrieben und die Kita in unserer Trägerschaft am 1. April 1994 eröffnet werden. Und damals hatten wir genauso schönes Wetter wie heute", meint Resch. "Christen wie Nichtchristen haben uns unterstützt, und mit Gottes Hilfe sind wir heute da, wo wir sind."

Die Kita war die zweite Einrichtung ihrer Art, die in Haldensleben unter das Dach der Kirche gewechselt war. "Wir haben uns damals gesagt, wenn die katholische Kirche einen Kindergarten betreibt, warum soll es dann die evangelische nicht auch können? Schließlich war damals Pluralität in der Kinderbetreuung unbedingt gewünscht", blickt der Bürgermeister zurück. Er steht nach wie vor zu dieser Entscheidung des Stadtrats. "Sie war richtig. Denn wir können heute sehen, wie gut sich die Einrichtung entwickelt hat. Sie macht einen freundlichen Eindruck, ist eine gute Alternative und findet viel Zuspruch", schaut er in die große Runde kleiner Gesichter vor ihm.

Während die Erwachsenen zum Geburtstag die Sektgläser klingen lassen, klappern in den Gruppenräumen die Plastebecher. "Prost Geburtstagskind!" rufen die Mädchen und Jungen, leeren in Windeseile ihre Becher und können gar nicht schnell genug auf den Spielplatz kommen. Gerade für sie hält die Festwoche noch so einiges bereit. Heute steht der Tag unter dem Motto "Bewegung mit Christopher Kirchenmaus" in der Sporthalle auf dem Plan. Morgen steigt eine riesengroße Kinderparty mit Andy in der Kindertagesstätte.

Am Freitag, 4. April, gestalten Kantor Uwe Döschner den Vormittag mit den Kindern musikalisch in der Kindertagesstätte. Um 15.30 Uhr beginnt in der St. Marienkirche ein Festgottesdienst. Abschluss der Festwoche wird anschließend ein gemütliches Beisammensein in der Kita von 16.30bis 18Uhr mit Kindern, Eltern und Gästen sein.

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