650 Besucher haben bei strahlendem Sonnenschein in Hundisburg das Zieglerfest gefeiert. Zwischen altem Handwerk und Riesenhüpfburg gab es dabei allerhand zu erleben.

Hundisburg l Die kleine Emilya Julie sitzt ganz still und erwartungsvoll da. Mit vorsichtigen Pinselstrichen malt ihr Jule Losensky einen Schmetterling ins Gesicht. Die kleine Stella dagegen ist mit dem Kinderschminken schon fertig. Sie hat einen rosa Schmetterling bekommen - natürlich mit Glitzer.

Die beiden Mädchen gehörten zu den vielen hundert Gästen, die am Sonnabend zusammen im Technischen Denkmal Ziegelei Hundisburg gefeiert haben. "Es ist bereits das 22. Zieglerfest, das vom Landkreis und unserem Förderverein ausgerichtet wird", erklärte Marion Nier, die Leiterin der Ziegelei. Dabei wartete auf die Besucher ein vielfältiges Programm. Unter anderem konnten sie ihr Geschick im Korbflechten erproben, eine riesige Hüpfburg in Beschlag nehmen oder eine Runde mit der historischen Feldbahn drehen. "Die Bahnstrecke wird von Vereinsmitgliedern betreut. Zum Glück haben wir echte Eisenbahner dabei", so Marion Nier.

Dennis Werner, Wolfgang Flemming und Roland Köllmer hatten extra ein zusätzliches Nebengleis verlegt, auf dem sich weitere alte Bahnen bestaunen ließen. Auch die anderen Vereinsmitglieder hatten bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz Hand angelegt. Damit rechtzeitig zum Fest alles bereit war, hatten sie das Technische Denkmal einem Frühjahrsputz unterzogen. Dabei wurde sogar die Pflasterung des Hofes ausgebessert.

An einer anderen Stelle des Geländes präsentierten die Haldensleber Windenknechte ihr geplantes Burgbauprojekt. Wer mochte, konnte sich die historische Technik der Ziegelei bei einer Führung erklären lassen. Dabei bestand die Wahl, sich entweder persönlich begleiten zu lassen, oder sich mit einem Audioguide (Gerät, das auf Wunsch bestimmte Tonaufnahmen wiedergibt) allein auf Entdeckungsreise zu begeben. "Gerade Letzteres wird sehr gern angenommen, auch wenn wir zum Beispiel Studenten zu Besuch haben", berichtete Marion Nier. In der Scheune unterhielten Hartmut Henke, Manuela Müller, Claudia Dorfendorf und Birgit Tornak ihr Publikum mit Blasmusik. Michael Schramm vom Förderverein stand am gemauerten Ofen und sorgte für ausreichend Nachschub an Ziegler-Brot. Auch in der Küche wurde gebacken, was das Zeug hielt. Dabei packten auch Ursula und Wilhelm Görges, die Betreiber der ehemaligen Hundisburger Ortsbäckerei, kräftig mit an.

"Eine rundum gelungene Veranstaltung", freute sich Marion Nier. "Viele Besucher waren zum ersten Mal hier und haben versprochen wiederzukommen." Eine weitere Auflage des Zieglerfestes im nächsten Jahr sei auf jeden Fall gesichert.

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