Schackensleben l Als Mekka für Züchter von Rassekatzen hat sich am vergangenen Wochenende zum dritten Mal Schackensleben erwiesen. Der Verein "Crystal Palace Cats" präsentierte in der Prokon- halle etwa 300 Katzen in 20 verschiedenen Rassen. Besonders hervorgehoben wurden die Perserkatzen als wohl älteste Zuchtrasse der Welt, die Maine-Coon als größte Rassekatze der Welt oder auch die Deutsch-Langhaar.

Zu den Züchtern eben dieser Deutsch Langhaar gehört Silke Sandberg aus Thüringen. Wenn sie mit ihren Katzen auf Ausstellungen fährt, geht es ihr in erster Linie darum, die Katzenrasse bekannter zu machen. Auf ihrer Visitenkarte, die sie auch in Schackensleben verteilte, ist das Wort "Erhaltungszucht" vermerkt. Und das hat Gründe: Die Deutsch-Langhaar-Katze ist eine alte Katzenrasse, die in Deutschland ihren Ursprung hat. Um 1930 wurde sie erstmals beschrieben, doch zum Ende des 20. Jahrhunderts war die Zucht weitestgehend eingeschlafen. Erst kurz nach der Jahrtausendwende hat sich eine kleine Gruppe von Züchtern gefunden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Rasse zu erhalten, möglichst mit vielen der ursprünglichen Merkmale.

"Diese Katzen haben keine Extreme beim Körperbau, aber auch vom Wesen her sind sie weder langweilig noch besonders aktiv", sagte Silke Sandberg und zählte die Katze zu den sehr geselligen Tieren mit pflegeleichtem, langem Fell. "Manche kennen sie noch unter den Namen Angorakatze", fügte sie hinzu.

Ein besonders schönes Exemplar hatte Doris Wiesner aus Kalletal mitgebracht. Ihr "Casanova vom Winterfels" ist jetzt drei Jahre alt. "Das Schöne ist, dass hier auf der Ausstellung sowohl Alttiere als auch Jungtiere zu sehen sind, die Jungtiere sehen ganz anders aus als die erwachsenen Tiere", erklärte Silke Sandberg weiter. Mit einer Gruppe von 16 Deutsch-Langhaar-Katzen war es auch möglich, erstmals eine Sondershow im Rahmen dieser Ausstellung vorzunehmen, in der alle Tiere dieser Rasse bewertet wurden und um den Sieg kämpften. "Da es wenige Tiere gibt, ist es schwierig eine Sondershow zu machen, für die mindestens 15 Tiere da sein müssen", so Silke Sandberg.

Für die Züchter sind Aus- stellungen wie in Schackensleben aber auch der ideale Ort, um Erfahrungen auszutauschen und auch zu sehen, wie sich die eigenen Nachzuchten entwickeln. Meist sind die Züchter einer Rasse in ganz Deutschland verstreut.

Aber auch mit den Liebhabern anderer Rassen können die Züchter ins Gespräch kommen. So war auch Jan Löwe aus Braunschweig nach Schackensleben gekommen, um seine Katzen der Rasse Perser-Colour-Point vorzustellen. Der junge Mann hat 2002 sein Herz an diese Katzenrasse verloren, weil sie, wie er sagt, sehr schöne tiefblaue Augen, einen hellen Körper und einen interessante Maske hat. Zudem seien sie agiler und "gesprächiger" als normale Perserkatzen. Dafür nimmt er auch gern die Schwierigkeiten bei der Züchtung in Kauf. "Ich habe ein bis zwei Nachzuchten im Jahr, wobei die Katzen aber nur ein bis drei Kitten pro Wurf bekommen", erklärte Jan Löwe. Ansonsten nutzt er vor allem die Monate von September bis Mai, um ein bis drei Mal pro Monat auf Ausstellungen zu fahren. "In der Sommerpause haben die Katzen dann Zeit zum Chillen", fügte er hinzu. Mit dabei hatte er drei Katzenbabys, darunter die 15 Wochen alte "Yelly Bell" und den zehn Wochen alten "Zazu".

So hatten auch die jüngsten Kätzchen die Möglichkeit, sich vor den Augen der Katzenrichter zu präsentieren. "Bei uns geht es um Zuchtstandards, deshalb achten wir neben dem Körperbau auch auf den Charakter", erklärte Anika-Susann May-Leske als Vorsitzende des Vereins Verein "Crystal Palace Cats", während sie eine Maine-Coon richtete. Wichtig sei es, Zuchtfehler auszuschließen. Die schönsten Katzen der verschiedenen Kategorien wurden zudem ausgezeichnet.

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