Die Natur inspiriert uns Menschen auf vielfältige Weise. In ihr atmen wir durch, schalten ab oder genießen die Sonne. Eine ganz andere Art der Inspiration hat der Bartensleber Landschaftspark dem Schreibzirkel der Haldensleber Kulturfabrik beschert.

Bartensleben l "Es dichtete für mich genug der ganze Park". Dieser Buchtitel aus dem Jahr 1997 des Verfassers Detlef Gärtner, der dem unglaublichen kulturellen Reichtum der Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg seit dem 19. Jahrhundert Rechnung trägt, passt, wenn auch zeitgeschichtlich jüngeren Datums, auch auf den Schlosspark in Groß Bartensleben. Spätestens seit sich ihm die Schreibwerkstatt der Haldensleber Kulturfabrik verschrieben hat, rücken immer mehr Bereiche, ja sogar einzelne Elemente, Bäume und Blumen des Bartensleber Kleinods in den Fokus des dichterischen Interesses.

Marko Freder und Siegfried Krumm haben erst vor drei Jahren begonnen, den Park in unzähligen Freizeitstunden ehrenamtlich herzurichten und zu pflegen.

Hauptverantwortlicher Marko Freder steckte wie auch sein Partner Siegfried Krumm zahlreiche Ideen und auch eigenes Geld in den Park, um das bis dato vergessene Paradies auf Vordermann zu bringen. Seitdem hat sich viel getan, ohne den ursprünglichen Charme und die exotische Wildheit des mehrere Hektar großen Parkes zu zerstören.

Baumgruppen und Solitärgehölze, aber auch abgestürzte Äste, umgestürzte Bäume und Steinbänke, wachsendes Gras und Unkraut, haben die Frauen des Schreibzirkels im Rahmen eines Projektes inspiriert.

"Wir waren im Park und haben zahlreiche Motive, die uns ansprachen fotografiert", sagte Monika Hülshoff, die Leiterin des Schreibzirkels.

Jeder konnte dann Fotos aus dem gefertigten Stapel auswählen und danach als "Hausaufgabe" seine Verse reimen oder ganze Geschichten erzählen.

Welche Gedanken sich dabei in den Köpfen der Frauen formten, davon berichteten sie während einer Parkwanderung direkt am Ort des Geschehens, im Schlosspark Bartensleben.

Marlis Stephan machte den Anfang und verlas eine zauberhafte Geschichte.

Gedanken über die Ackerwinde im Park hatte sich Ingeborg Heidenreich gemacht. Sie konnte zwar selbst nicht bei der Lesung dabei sein, doch ihr Text wurde von Ilse Preckel, ebenfalls Zirkelmitglied und Autorin zahlreicher autobiografischer Schriften und Bregenstedter Dorfgeschichten, vorgetragen.

Zum Schmunzeln verleitete der erste Text von Martina Wiemers, ehemalige Leiterin des Alsteinklubs in der Kulturfabrik. Sie nämlich hatte der meist unbeachteten Pflanze Breitwegerich mit ihren gedichteten Versen zu neuem Ruhm verholfen.

Ganz romantisch und verträumt wurde es bei der Geschichte vom Märchenbaum am Schlossteich, die Annemarie Stern vortrug. "Gedanken schweifen wie Perlen auf einem silbernen Faden über das Wasser" war da unter anderem zu hören.

Ihr Ehemann Knut Stern hat sich das Gitarrespielen erst vor kurzer Zeit als Ausgleich selbst beigebracht, doch seine musikalische Begleitung komplettierte in origineller Art und Weise den literarischen Wandernachmittag durch den Park.

Einsam und ziemlich tief hatte der Schreibzirkel bei seiner Fotosafari ein Vogelhäuschen entdeckt und abgelichtet. Dazu fielen Monika Hülshoff die passenden Worte ein.

Märchenhaft und verträumt wurde es auch bei den Versen von Christa Friederich.

Nicht dabei sein konnte zum Spaziergang Zirkelmitglied Herta Suppe aus Haldensleben. Sie hatte sich im Vorfeld aber ebenfalls so ihre Gedanken gemacht und diese zu Papier gebracht.

Der Spaziergang fand Zuspruch. Er soll nun vielleicht sogar noch einmal zum Tag des offenen Denkmals im September wiederholt werden.

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