Rottmersleben l Wilhelm Semlin (1916 bis 1993) ist gestern postum als bedeutende Persönlichkeit der Rottmersleber Dorfgeschichte geehrt worden. Die Ortschaft weihte am Friedensplatz eine Gedenktafel zu Ehren des langjährigen Schulleiters ein.

Die Tafel mit dem Namenszug und den Lebensdaten Wilhelm Semlins soll laut Angaben von Ortsbürgermeisters Hans Eike Weitz der Auftakt für eine Ehrengalerie sein, mit der an Persönlichkeiten erinnert wird, die sich um Rottmersleben verdient gemacht haben.

Fritz Ledderboge hält die Laudatio beim Festakt

Alle Rottmersleber Grundschüler hatten sich mit ihren Lehrern und Erzieherinnen am Friedensplatz versammelt. Die Flötengruppe spielte zum Festakt auf. Einstige Kollegen, ehemalige Schüler, Weggefährten und seine Tochter Hannelore Brademann, geborene Semlin, waren gekommen.

"Kein Anderer hat die Schulentwicklung in Rottmersleben so geprägt wie Wilhelm Semlin. Auch im Gemeinderat und im Dorfklub hat er viele Jahre lang die Dorfgeschichte entscheidend mit beeinflusst ", betonte Fritz Ledderboge, selbst Schüler des Geehrten und einer seiner Nachfolger als Rottmersleber Schulleiter.

Mehr als drei Jahrzehnte - von 1948 bis 1981 - hatte Wilhelm Semlin die Schule durch dick und dünn geführt. Fritz Ledderboge erinnerte an einige wesentliche Etappen der Schulentwicklung in der Ära Semlin - an die auf fünf Standorte im Dorf verteilten Klassenräume in der Anfangszeit, an die Entwicklung der Schule bis zur zehnklassigen POS in den 1950er und 1960er Jahren bis hin zur Einweihung des heutigen Schulgebäudes im Jahr 1971. "In den Spitzenzeiten sind bei uns in Rottmersleben 250 Kinder und Jugendliche zur Schule gegangen. Ich denke, es wäre auch im Sinne von Wilhelm Semlin gewesen, wenn wir heute darauf hoffen, dass der neue Gemeinderat Hohe Börde die richtig Entscheidung für den Erhalt des Schulstandorts Rottmersleben fällt", betonte Fritz Ledderboge.

Tochter Hannelore ist selbst Lehrerin geworden

Fritz Ledderboge würdigte Wilhelm Semlin "als (von Wuchs) kleinen Mann mit großer Autorität, den alle Schüler respektierten."

Semlins Tochter Hannelore würdigte ihren Vater als "einen Menschen, für den die Schule ganz oben stand. Er hat diese Ehrung wirklich verdient. Für seine Schule hat mein Vater gelebt. Nach der Schule kam eine Weile nichts, dann die Familie und alles andere." Von ihrem Vater hat sie die Leidenschaft für den Lehrerberuf geerbt und ist wie ihr Vater Lehrerin für Mathematik und Physik geworden.

Auch das Leben von Ortsbürgermeister Hans Eike Weitz hat Wilhelm Semlin maßgeblich beeinflusst. "Er hat in mir das Interesse für Physik geweckt, mir Bücher über Radios und Technik mit nach Hause gegeben. Schließlich bin ich Rundfunkmechaniker-Meister geworden. Ich bin ihm sehr dankbar dafür." Die Gedenktafel hat Weitz angefertigt. Enthüllen durfte Hannelore Brademann die sandsteinerne Platte. Unter tosendem Applaus aller Anwesenden!