Mähen, Dreschen und Ernten wie schon unsere Großväter, diese Tradition hält der Heimatpflegeverein Eimersleben mit seinem alljährlichen Erntefest hoch. Bereits zum 18. Mal luden die Vereinsmitglieder zum ganztägigen Fest auf den Sportplatz ein.

Eimersleben l Mit einem bunten Programm für die ganze Familie lockte der Heimatpflege- verein "Beverspring" aus Eimersleben zum diesjährigen Mäh-, Dresch- und Erntefest. Bereits zum 18. Mal luden die Vereinsmitglieder, die sich vor allem der Pflege des alten bäuerlichen Brauchtums verschrieben haben, auf den Sportplatz und die angrenzenden Ackerflächen ein.

Die umfangreiche Technik von den ersten manuellen Arbeitsgeräten wie Sense, Grubber und Schlegel bis hin zum modernen Mähdrescher, der mehrere Arbeitsschritte in einem Gang erledigen kann, präsentierten die Heimatfreunde zunächst die Ernte von Getreide. Die fleißigen Vereinsfrauen banden die geernten Halme zu Garben und stellten sie gekonnt auf dem Acker zu großen Bünden zusammen.

Einige Sorgen bereiteten den Männern die alte Technik, die in diesem Jahr nicht so wollte wie geplant. Doch nach einigem Herumbasteln konnte dann auch der alte Hanomag-Traktor, gefahren von Christian Baxmann, mit seiner Erntetechnik hinten dran, doch noch die eine und andere Runde durch die Getreidereihen ziehen.

Besonders große und üppige Rüben gedeihen auf dem Acker nebenan. Die richtige Mischung von Regen und Sonne haben der Pflanze in diesem Jahr ungeahnte Wuchsfreude beschert. Man darf gespannt sein, wie sich die Rübe noch bis zur Ernte im nächsten Monat weiter entwickelt.

Keine Zeit mehr zum Wachsen blieb hingegen den Kartoffeln, die der Verein in diesem Jahr in mehrere Reihen gezogen und angehäufelt hatte. Lothar Laaß holte rasch noch seinen Grubber aus dem Garten nebenan, um die Vorarbeit für die Kartoffelernte zu leisten. Die Kartoffelfrauen Yvonne Bode und Bianka Kloß in ihren bäuerlichen Trachten leisteten die Vorarbeit, ehe die Besucher selbst mit Hand anlegen durften.

Eine große Kiste mit Spankörben konnte geplündert werden. Wer einen der Spankörbe ergattert hatte, konnte ihn voll mit Kartoffeln packen und mit nach Hause nehmen. Eine gute Reihe musste allerdings noch stehen bleiben, denn die hatte der Verein schon vorab für sein Altdeutsches Pellkartoffelessen im Oktober reserviert.

Auf dem Festplatz nebenan flatterte Wäsche auf einer aufgespannten Leine. Bei der Bauernfamilie war nämlich in diesem Jahr Waschtag angesagt. Außerdem gab es einen modischen Rückblick auf den ländlichen Alltag. Was trugen die Leute, wenn sie aufs Feld gingen oder sonntags in die Kirche. Darauf gab der Verein in diesem Jahr dank vieler Helfer und Unterstützer wieder eine Antwort. Ein Zuschauermagnet waren einmal mehr die Fahrzeuge der Schlepperfreunde "Kolbenglück" aus Eichenbarleben, die ihre Gefährte ausstellten. Einige Verkaufsstände ergänzten das gastronomische Angebot des Vereins und natürlich wie in jedem Jahr das reichliche Kuchenbuffet des Café Grün-Weiß im Festzelt.

Im Zelt der Alleringersleber Kaninchenzüchter G 794 herrschte reges Treiben, denn die Zuchtfreunde stellten ihre Nachwuchstiere nicht nur den Besuchern vor, sondern ließen sie auch schon einmal von Preisrichter Christian Blappert und seinem Anwärterkollegen bewerten. Gleichzeitig wiesen die Züchter auf ihre Ausstellung hin, die am 11. und 12. Oktober im Eimersleber Dorfgemeinschaftshaus zu sehen sein wird. "Wir sind recht zufrieden mit unserem Nachwuchs in diesem Jahr", freute sich Vereinsvorsitzender Karl-Bernd Fricke über die noch jungen Langohren. Martin Baars hatte gar ein ganzes Streichelgehege samt Häuschen mitgebracht. "Beides konnten wir bei einer Vereinsauflösung aus Niedersachsen recht günstig erwerben", erzählte er.

Schwungvoller sportlich-musikalischer Höhepunkt des Nachmittags wurde ein Auftritt der Cheerleader "Guardian angels" aus der Landeshauptstadt. Die amtierenden Deutschen Meister gaben auf der Bühne eine Kostproben ihres Könnens. Im Anschluss sorgten die "Allertaler" Blasmusikanten von Armin Kaiser für Stimmung bis zum Abwinken.

   

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