Dreizehn Jahre währt inzwischen die Tradition des Schlepper- und Oldtimertreffens auf dem Gut Detzel. Einige haben den Termin seit Jahren stets im Kalender, aber auch Neulinge gibt es immer wieder - selbst bei Regen.

Detzel l Schlepperfreunde sind hartgesotten. Trotz des Nebels und des Nieselregens am Sonnabendmorgen machten sich zahlreiche von ihnen auf den Weg in Richtung Gut Detzel, zwischen Haldensleben und Satuelle gelegen. Dass sie wegen der geringen Höchstgeschwindigkeit, die manches der Fahrzeuge nur zu fahren vermochte, oft sogar über eine Stunde bis ans Ziel unterwegs sein würden, war ihnen egal. Das Schlepper- und Oldtimertreffen der Schlepperfreunde "Kolbenglück", die eigentlich in Eichenbarleben ihre Heimat haben, ist eine feste Größe im Terminkalender für Freunde des Treckertuckerns. Und das mittlerweile seit 13 Jahren.

Dass die Schlepperfreunde einst fern von daheim in Detzel die Idee für ein Treffen mit Gleichgesinnten geboren haben, liegt an Lutz Ebeling, einer von den Eichenbarlebern, die vor Jahren ihr Herz an die alte Landtechnik verloren haben. Sein ältester Schlepper ist ein Lanz Bulldog aus den 1930er Jahren. Vor einigen Jahren hat er zudem sein Herz an das Gut Detzel verloren und hier eine Ausstellung mit landwirtschaftlichen Geräten und ein Café eingerichtet. Auf dem Hof war auch am vergangenen Wochenende wieder viel Platz für alte Traktoren, Motorräder und Pkw. Einige alte Schätzchen waren darunter. Bereits eineinhalb Stunden nach Veranstaltungsbeginn konnte die Registrierungsstelle ein beachtliches Ergebnis vermelden: Die Fahrer hatten schon über 60 Fahrzeuge angemeldet und mit einigen war um diese Zeit noch zu rechnen. "Dabei sind Urgesteine, die kommen schon vom ersten Tag an, aber es sind auch immer wieder neue Leute dabei", fasste Klaus Wippermüller mit Blick auf seine Listen zusammen. Waren die einen Schlepper blankpoliert, zeigten sich die anderen landwirtschaftlichen Maschinen in Aktion. So drehte beispielsweise Robert Braumann traditionsgemäß mit seinem Traktor, hinter den er einen großen Kremser gespannt hatte, eine Runde nach der anderen über das Feld. Auch hier gab es einiges zu sehen, denn von den großen K700 A waren gleich zwei Modelle am Start, die sich hier in voller Fahrt zeigten. Auch die Raupen, die sonst kaum zum Fahren kommen, konnten zeigen, was in ihnen steckt. Etwas später wurde die Strecke für die traditionellen Wettbewerbe im Stämmeziehen und im Pflügen geräumt.

"Wir haben schon vorgesorgt und mit Blick auf den Wetterbericht vorher das Getreide vom Acker geholt", erklärte Lutz Ebeling. So konnten die Gäste, die in großer Zahl erschienen waren, auch erleben, wie früher gedroschen worden ist. Um die alte Dreschmaschine mit einem Lanz Bulldog antreiben zu können, hatten die Schlepperfreunde vorher wieder einmal handwerkliches Geschick bewiesen. Der benötigte Flachriemen musste aus zwei Riemen zusammengesetzt werden, um die notwendige Länge zu erreichen.

Das Schleppertreffen auf Detzel wäre aber nicht komplett, wäre da nicht auch die kulturelle Einlage von Kallis knallenden Stallburschen. Auch diesmal waren sie wieder aus Heudeber im Harzkreis angereist.

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