Hödingen/Hörsingen/Behnsdorf (mb) l Für die diesjährige Pilzexkursion hatte der Naturschutzbund Ohrekreis als Exkursionsgebiet Nievoldhagen zwischen Hödingen, Hörsingen und Behnsdorf ausgewählt. 32 Teilnehmer hatten sich am vereinbarten Treffpunkt eingefunden.

Der Nievoldhagen ist ein Waldgebiet, das dem Schutz nach der Natura 2000-Richtlinie unterliegt. Große Teile sind darüber hinaus Waldschutzgebiete, die forstlich sich selbst überlassen bleiben. Nach ein paar einführenden Worten wurde ausgeschwärmt und zunächst parallel entlang des Hauptforstweges nach Pilzen Ausschau gehalten. Schnell wurde klar, dass die Ausbeute für eine gewünschte Mahlzeit im vergleichsweise trockenen Laubwald eher gering ausfallen würde. Neben einem schönen Nebelkappen-Hexenring, wenigen noch jungen Flaschenbovisten und ein paar Violetten Rötelritterlingen wurde nichts Verwertbares gefunden. Einige enttäuschte Pilzsucher verabschiedeten sich dann auch nach und nach.

Im weiteren Verlauf gab es dann aber doch etliche Pilze. Das Artenspektrum bestand jedoch fast ausschließlich aus Laubwaldarten, die dem "normalen" Pilzsucher und auch den Exkursionsleitern Claudia und Michael Wetzel unbekannt waren. Nur gut, dass sich der ortskundige Pilzsachverständige Eckhard Preikschas unter den Teilnehmern befand. Er erklärte diesen und jenen Pilz, unter denen zum Teil sehr charakteristische Arten waren. Der Spechttintling trägt seinen Namen nach der spechtfederkleidähnlichen Fleckenmusterung auf dem Hut. Der gelbmilchende Helmling sondert eine orange Flüssigkeit ab, die ziemlich farbecht ist und früher wohl zur Wollefärbung genutzt wurde. Und der Saitenstielige Knoblauchschwindling macht seinem Namen durch seinen Geruch alle Ehre. Einige Arten waren auch schon von früheren Exkursionen bekannt: der Amethystblaue Lacktrichterling, der nach Radieschen riechende Rettichhelmling (in rosa und lila Form), der Zunderschwamm und der Birkenporling. Als einer der wenigen Speisepilze wurden auch einige Mönchskopf-Exemplare gefunden.

Zwischenzeitlich waren die Exkursionsteilnehmer an den Resten der etwa 1540 wüst gefallenen Siedlung Niewoldhagen vorbei zum Allerbornspring (früher als Heilquelle genutzt) gekommen. Hier kamen noch einige Holzzerstörer hinzu: Flacher Lackporling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Geweihförmige Holzkeule und Brandkrustenpilz. Zurück ging es dann an der Waldkante zum Ausgangspunkt. Dort wurden durch Eckhard Preikschas die Funde der Vorausgeeilten gesichtet. Am Ende hatte zwar keiner auch nur annähernd eine lohnende Mahlzeit im Korb. Auf dem Artenzettel standen aber insgesamt 57 Arten. Dank der Unterstützung durch Eckhard Preikschas war das die höchste Artenzahl aller bisherigen Pilzexkursionen.