Haldensleben (az) l Integration ist ein wichtiges Thema. Nicht nur in Haldensleben wird sie derzeit häufig diskutiert. Manchmal ergibt sich Integration jedoch beinahe von allein. Wie das gelingen kann, zeigt der offene Montagsfußball der städtischen Abteilung für Jugend und Sport. Das Angebot besteht bereits seit rund fünf Jahren. Einmal pro Woche treffen sich Jugendliche in der Sporthalle der Grundschule Erich Kästner, um die Jagd auf das runde Leder zu eröffnen. Anmelden muss sich niemand. Wer kommt, ist mit dabei. "Früher musste ich manchmal selbst mitspielen, weil nicht genug da waren", erinnert sich Stadtjugendpfleger Rolf Koppenhöfer. Doch seit einigen Wochen wird der Andrang immer größer. Der Grund: Auch junge Asylbewerber haben den Montagsfußball für sich entdeckt. "Er hat sich spontan zu einem integrativen Angebot entwickelt", so Rolf Koppenhöfer. "Denn Sport ist die Integrationsmöglichkeit schlechthin." Gerade Fußball sei in fast allen Ländern rings um den Globus bekannt. Beim Spiel gebe es keine Sprachbarrieren und die Regeln könne man quasi nebenbei lernen, erläutert der Stadtjugendpfleger. "Beim letzten Mal waren hier sieben Nationalitäten vertreten."

Auch Peter Schlitte (30) aus Haldensleben freut sich über die "Verstärkung". Mit seinen Freunden macht er bereits seit Jahren beim Montagsfußball mit. "Wir sind dankbar, dass wir die Räumlichkeiten hier zur Verfügung gestellt bekommen. Und es ist schön, dass wir immer mehr werden. Egal, wo die Leute herkommen: Fußball verbindet." Schlitte selbst erfuhr ursprünglich durch Mund-zu-Mund-Propaganda vom Montagsfußball - genau wie Rahab abdi Saleban. Der 24-Jährige stammt aus Somalia, lebt seit einem Jahr in Haldensleben und hat bereits Asyl erhalten. Seit etwa acht Wochen schaut er mit mehreren Landsleuten regelmäßig vorbei. "Ich habe von einem Freund gehört, dass hier Fußball gespielt wird", erklärt abdi Saleban. Auch in seiner Heimat habe er bereits gekickt. In Deutschland habe er durch das Angebot bereits Freundschaften geschlossen, die über den wöchentlichen Fußballtreff hinausgehen.

Doch mit ihrem Projekt steht die Stadt nicht allein. Auch die Begegnungsstätte Kids Co. hat eine eigene Fußballinteressengemeinschaft ins Leben gerufen. "Wir haben mir drei Jungs angefangen. Mittlerweile bringen wir es auf vier Mannschaften", sagt Einrichtungsleiter Dirk Lenz. Auch hier seien viele Nationalitäten vertreten.

Die beiden Projekte sind sogar direkt miteinander verknüpft. Um 17.30 Uhr fangen die Jugendlichen von Kids Co. in der Kästner-Turnhalle an. Später kommen die anderen Montagsfußballer dazu. Eine Weile kicken alle zusammen, bis die "Großen" übernehmen.