Mannhausen l "Halten Sie ihr Bierglas fest! Nehmen Sie die Schunkelstellung ein, haken Sie ihren Nachbarn ein und singen Sie lautstark mit! Bei größerem Bewegungsdrang ist das Tanzen an Bord erlaubt!" Wer diesen Forderungen folgte, war in der Sonnabendnacht im Mannhäuser Saal Passagier bei der Weltreise, zu der der Calvörder Karnevalsclub (CKC) mit seinen Gästen startete. Die Tanzmariechen zogen die Blicke mit atemberaubenden Beinbewegungen auf sich. "Ottmar die Ohresingers" erweckten Erinnerungen mit ihrer Ostrock-Liedrunde, während die "Rat Packs" mit der Polonaise die Zuschauer von ihren Plätzen holten. Ganz nach Shakiras Art schwangen die Männer beim Waka-Waka-Tanz ihre Hüften.

Präsidentin mit schwerem Gold für 20 Jahre belohnt

Eine Zwischenlandung legten die Narren ein, um ihre Präsidentin Frauke Ueckert mit einer besonderen Auszeichnung zu überraschen. Klaus Zimmermann vom CKC-Vorstand verriet, dass die Präsidentin seit 20 Jahren das Zepter in ihren Händen hält. "Es war Glück, dass Maxe Wolf - der damalige Präsident - sie fand. Es gibt nichts besseres in unserem Calvörder Land", schwärmte Zimmermann in Versen. Haarscharf träfe sie in ihren Büttenreden, bei denen sie schon als fettes Huhn, Richterin, Cindy aus Mahrzahn oder auch als Klofrau auftrat, immer den Kern. Sie wüsste immer ganz genau, worüber die Leute gern lachen. "Als Präsidentin hast du es nicht immer leicht, manchmal sagst du auch, wenn es dir reicht. Locker hast du es schon immer genommen, in Uthmöden bist du mit Hausschuhen auf die Bühne gekommen", reimte Zimmermann weiter und überreichte der "Königin" des Narrenvolkes einen schweren Orden. "So lange du kämpfst, stehen wir alle hinter dir", versicherte Zimmermann und schmetterte das dreifache "CKC olé". Schnell wischte sich Frauke Ueckert die Tränen der Rührung aus dem Gesicht, bedankte sich und schilderte: "Dieses Ding wiegt eineinhalb Pfund. Ich bin stolz darauf und werde mir den schweren Orden höchstwahrscheinlich übers Bett hängen. Aber mein alter Orden ist mir der liebste. Den habe ich 1974 bekommen. Eberhard Kinder hat ihn als Laubsägeholzarbeit hergestellt. Dieser Orden ist leicht und hat Tradition. Jeder beneidet mich darum, denn Schwergold kann jeder." Trotzdem würde sie den Orden in Ehren halten. "Ihr habt so viel Geld dafür ausgegeben, das könnten wir doch für etwas anderes gebrauchen", mahnte die Präsidentin.

Blumen gab es für Sylvia Wolf, die aus den Reihen des Balletts verabschiedet wurde. Mit leichteren Orden belohnte die Präsidentin Freunde des Clubs und die Gäste, die in den fantasievollsten Kostümen angereist waren. Unter dem Motto "Nichts ist unmöglich" schien sich der Drömling plötzlich in das Land der Bayern verwandelt zu haben. "I sing a Liad für di", dröhnte es zum Schluss des Programms aus den Boxen, während die Herren des Balletts in Lederhosen vor den Damen knieten und deren Dirndlröcke im Rhythmus lüfteten.

   

Bilder