Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Radweg" planen einen Fahrradkorso. Mit der Aktion wollen sie auf die Dringlichkeit des straßenbegleitenden Radweges von Etingen nach Oebisfelde aufmerksam machen.

Rätzlingen l Durch die Orte Etingen, Kathendorf, Rätzlingen und Bösdorf führt die Landesstraße 24, die täglich von hunderten Fahrzeugen genutzt wird. Aber auch Radfahrer sind bislang gezwungen, die Fahrbahn zu nehmen, da es zwischen den Orten (außer einer kleinen Strecke zwischen Rätzlingen und Kathendorf) keinen straßenbegleitenden Radweg gibt.

Um über weitere Aktivitäten zu beraten, trafen sich vor kurzem Mitglieder der Bürgerinitiative "Radweg" im Rätzlinger Schützenheim. "Unser Anliegen ist ein Radweg für die Landesstraße 24 von Etingen nach Oebisfelde. Das ist inzwischen bei den entsprechenden Gremien wie dem Landkreis Börde, der Landesstraßenbaubehörde sowie dem Verkehrsministerium des Landes Sachsen-Anhalt bekannt", erklärte Brigitte Dobbelmann aus Rätzlingen, Sprecherin der Bürgerinitiative.

Auch Silke Wolf, Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, habe einen entsprechenden Antrag an den zuständigen Fachbereich des Landkreises Börde gestellt, berichtete Brigitte Dobbelmann. Wie die Rätzlingerin von der Landesstraßenbaubehörde erfahren habe, würde das zuständige Planungsbüro alle Anträge der Gemeinden nach einem bundesweit gültigen Prüfverfahren derzeit bewerten. Danach werde dann der Bedarfsplan für die Jahre 2015 bis 2020 fortgeschrieben.

Die Mitglieder der Initiative befürchten, dass der Verkehr auch auf der L 24 künftig weiterhin zunimmt, so dass Radfahrer die Straße kaum noch halbwegs sicher nutzen können. Radfahren auf der vielbefahrenen Straße sei nach Ansicht der Mitglieder der Initiative lebensgefährlich. In Etingen, Kathendorf, Rätzlingen und Bösdorf gibt es weder eine Einkaufsmöglichkeit noch eine ärztliche Versorgung oder ein Kreditinstitut. Die Einwohner dieser Orte erledigen ihre Arztbesuche, Geldangelegenheiten oder Einkäufe vorwiegend in Oebisfelde, dem nächstgelegenen größeren Ort. Seit der Gebietsreform gehören diese Orte ohnehin zur Stadt Oebisfelde-Weferlingen. "Nicht alle Einwohner besitzen einen Pkw und haben deshalb nur mit fremder Hilfe die Möglichkeit, den Ort Oebisfelde zu erreichen", weiß Brigitte Dobbelmann. Das würde insbesondere auf die vielen älteren Bürger zutreffen, die den Radweg auf jeden Fall häufig nutzen würden, um nicht stets auf andere Menschen angewiesen zu sein.

Unverantwortlich wäre es, die Kinder mit dem Fahrrad auf die viel befahrene Straße zu schicken. "Wir denken dabei aber vor allem an unsere Kinder, die die Grundschule in Rätzlingen und die Sekundarschule in Oebisfelde besuchen und besonders am Nachmittag zu ihren Arbeitsgemeinschaften, Freizeitaktivitäten oder anderen Schulveranstaltungen stets von Eltern oder Großeltern mit dem Auto gefahren werden müssen", erklärte die Sprecherin der Initiative. In den letzten Jahren sind in den Orten der Umgebung zahlreiche Biogasanlagen entstanden, die umweltfreundliche Energie herstellen. "Diese Anlagen müssen aber mit entsprechender Biomasse ,gefüttert` werden, so dass in den Monaten Mai bis Oktober/November viele große Traktoren mit Hänger auch auf der sehr schmalen L24 unterwegs sind", so die Sprecherin.

"Unsere Initiative möchte nun noch einmal mit einem Fahrradkorso als eine wirksame Aktion auf diese Probleme aufmerksam machen, denn im zweiten Quartal 2015 soll die Planung für den Bau künftiger Radwege abgeschlossen werden. Wir wollen unbedingt in den Bedarfsplan mit aufgenommen werden", betonte die Sprecherin bei der Zusammenkunft, an der auch die Ortsbürgermeister von Etingen, Kathendorf, Rätzlingen und Bösdorf teilnahmen.

Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der zuständigen Behörden zu erregen, wird am Sonnabend, 18. April, der Radkorso, der von Etingen über Kathendorf, Rätzlingen und Bösdorf bis nach Oebisfelde führen wird, veranstaltet. "Über die hierzu notwendigen organisatorischen Probleme haben wir uns auf dieser Zusammenkunft Gedanken gemacht. Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen aus den Gemeinden mitfahren", blickte Brigitte Dobbelmann voraus.