Sie verstehen sich nicht nur als Jäger, sondern auch als Heger und Pfleger für Natur und Umwelt. Darum startet der Hegering Belsdorf alljährlich eine Säuberungsaktion, allerdings schaffen es die Naturschützer kaum noch, die Müllberge einzusammeln.

Seggerde l Ordentlich aufgeschichtet und ungefähr 50 Meter vom Straßenrand entfernt steht eine ganze Reihe von Farbeimern, Frostschutz, Heizöl, Unmengen von Flaschen und Altwerkzeugen. "Wir haben bestimmt 500 kleine Schnapsflaschen aus dem Wald geholt", erzählen die Heger. Das Altglas müsse noch einmal gesondert entsorgt werden.

Halbe Zimmereinrichtungen, Altreifen und Gartenmöbel, Teppich, Tisch und Stühle stapeln sich im Wald - nur, dort gehören sie nun einmal nicht hin. Selbst biologische Gartenabfälle sollten nicht im Wald verkippt werden, schon gar nicht, wenn sie in blauen Plastiksäcken verpackt sind, denn die vergammeln nicht und hinterlassen in ihrem Inneren nur stinkenden Unrat, der ordentlich kompostiert wieder nutzbare Erde liefern könnte.

Doch das alles scheint den Mensch nicht zu stören. Mit seiner zunehmenden Vermüllungswut müssen sich alljährlich die Jäger und Heger des Waldes auseinandersetzen. Einmal im Jahr startet der Hegering Belsdorf eine große Frühjahrsputzaktion für den Wald.

"Wir wollen unsere Reviere sauber halten, aber das wird uns immer schwerer gemacht."

Frank Damas vom Hegering Belsdorf

Die Männer und Frauen sind erschrocken, was sich alles in Feld, Wald und Flur ansammelt, denn das hat die Natur wahrlich nicht verdient. Frank Damas ist Umweltbeauftragter des Hegeringes und berichtet mit den anderen Teilnehmern des Arbeitseinsatzes von unglaublichen Funden, zum Teil ordentlich gestapelt, als würde es nur darauf warten, wieder abgeholt zu werden.

Fernseher, Computer, Fahrradrahmen, Schlachtabfälle, Malerbedarf, alte Werkzeuge und Arbeitsgeräte gammeln vor sich hin - obwohl der Sperrmüll nach Anmeldung beim Umweltdienst sogar kostenfrei von zu Hause abgeholt wird oder zur nächsten Mülldeponie gebracht werden kann, wo er meist kostenfrei zu entsorgen ist.

Die Mitglieder des Hegeringes haben den Eindruck, dass der Mülltourismus im Wald immer größere Ausmaße annimmt. Von Jahr zu Jahr wird der Müllberg größer, den die Waldfreunde sammeln und entsorgen müssen.

"Wir wollen unsere Reviere sauber halten", sagt Frank Damas, aber das würde den Hegering-Mitgliedern immer schwerer gemacht. Die Jäger aus Behnsdorf organisieren sich schon selbst einen Container, weil der Müllberg immer größer wird.

Nach Seggerde, wo der Unrat auf dem Gutshof gesammelt wird, kommen die Weferlinger, Walbecker, Seggerder, Belsdorfer, Siestedter, Ribbensdorfer und Hödinger Mitglieder des Hegeringes. Doch auch hier reicht ein großer Container kaum noch aus, um all das zu fassen, was im Wald illegal entsorgt worden ist.