Erxleben l Michael Wandersleb, Vorsitzender des Vorstandes der Genossenschaft Kommunale IT-Union (KITU), stellte bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeiderates, der in Erxleben tagte, das Profil der Genossenschaft vor. Alle Kommunen würden - nach den Ausführungen von Wandersleb - vor den selben Herausforderungen stehen. Doch jede Gemeinde würde ihren eigenen Weg gehen. Die Mitglieder der KITU könnten dabei aus dem Erfahrungsschatz profitieren.

Die Genossenschaft wurde Ende 2009 gegründet. Der Vorstandsvorsitzende stellte voran, dass der Beitritt zur KITU mittlerweile eine landesweite Empfehlung sei und die KITU sogar einen Preis vom Genossenschaftsverband für die Gründung bekommen habe. "Alles was bei uns passiert, geschieht auf Augenhöhe. Wir sind sozusagen eine kommunale Selbsthilfeorganisation", beschrieb er. Zur Genossenschaft gehören mittlerweile 33 Kommunen. Auch der Landkreis Börde habe erst vor kurzem entschieden, auch Mitglied zu werden.

Das habe seine Gründe: Die Erwartungen und Anforderungen an die Kommunen angesichts der Innovationen auf dem kommunalen IT-Markt steigen. So könnte beispielsweise durch die Nutzung der vorhandenen Ressourcen und das Know-how der Genossenschaft perspektivisch die kommunalen Kernverfahren in kleinen Schritten vereinheitlicht werden, um Haushaltsmittel einzusparen.

"Außer dem Beitrittsbeitrag gibt es keine weiteren Zahlungspflichten", erläuterte Wandersleb, "dafür haben die Kommunen aber ein sehr umfangreiches Mitvertretungsrecht." 5000 Euro sind fällig als Eintrittsgebühr, eine Summe, die es beim Austritt zurückgibt. Der Mitgliedsbeitrag kostet 1200 Euro pro Jahr. "Private Unternehmen sind nicht zugelassen, die Genossenschaft ist zu 100 Prozent kommunal", betonte Wandersleb.

Für die Verbandsgemeinde Flechtingen stehen 2015 wichtige Aufgaben an. Um die zu erfüllen, müssen die Verwaltungsabläufe künftig besonders durch die Nutzung neuer Informations-kommunikationstechnik effektiver gestaltet werden.

Als Mitglied habe die Gemeinde die Möglichkeit, von anderen Verwaltungen zu lernen. "Arbeitskreise treffen sich regelmäßig, um sich auszutauschen und gemeinsam neue Projekte anzugehen", zählte der Vorstandsvorsitzender auf.

Darüber nachgedacht wird im Flechtinger Verbandsgemeinderat auch, dass die Mandatsträger künftig per Tablets arbeiten, um die großen Papiermengen zu vermeiden und die Kommunikation zu vereinfachen. Wandersleb erklärte, dass die Experten der Genossenschaft schon andere Kommunen zu diesem Thema beraten hatten. Notwendige Ausschreibungen, die Beschaffung von IT-Geräten sowie Unterstützung bei Planungsleistungen würden für die Gemeinde um ein Vielfaches einfacher werden.

"Wir können mit der KITU geplante Anschaffungen beleuchten, ohne in die Abhängigkeit des Verkäufers zu geraten. Wir könnten uns ungezwungen mit Experten beraten", ergänzte Rasmus Dammeyer, System- und Netzwerkadministrator in der Flechtinger Verbandsgemeinde. Besonders die kostengünstige Planungsleistungen der KITU seien für die Gemeinde interessant. Der Rat fasste einstimmig den Beschluss, sich der KITU anzuschließen.