Im Vorfeld der Stichwahl zum Haldensleber Stadtoberhaupt hat die Volksstimme den beiden Kandidaten Regina Blenkle (FUWG) und Henning Konrad Otto (parteilos, für die CDU) sechs Fragen gestellt. Heute antworten sie auf die Frage: "Wie wollen Sie als Bürgermeister weiter Haldenslebens Wirtschaftskraft stärken?"

Regina Blenkle: Wirtschaftskraft misst sich an Faktoren wie Arbeitslosenquote, Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung, verfügbarem Einkommen, Anzahl der Erwerbstätigen, Investitionen, Bevölkerungszahl. Haldensleben ragt in der Wirtschaftskraft bezogen auf Sachsen-Anhalt heraus. Unterdurchschnittlich ist das verfügbare Einkommen pro Person im deutschlandweiten Vergleich. Viele Unternehmen in Haldensleben haben derzeit Schwierigkeiten, offene Stellen mit adäquatem Personal zu besetzen. Müssen sie einfach nur mehr Gehalt zahlen? Oder zählen hier eher Dinge wie Lebensqualität, Wohnattraktivität, Bildungsqualität, die sogenannten weichen Standortfaktoren? Solche Standortqualitäten sind es, die von qualifizierten Beschäftigten präferiert und daher für Unternehmen, die nach qualifizierten Arbeitskräften suchen, interessant sind. Städte und Dörfer, die ein angenehmes und gesundes Leben ermöglichen, zeichnen sich durch Qualität in ganz unterschiedlichen Bereichen aus, gute Luft, sauberes Wasser, kurze Wege, Sicherheit, Medizinische Versorgung, Wohnmöglichkeiten, Bildungsangebote, Einkaufsmöglichkeiten, genügend Platz, attraktive Grünflächen sowie Beteiligungsmöglichkeiten bei wichtigen Entscheidungen und vor allem Kultur.

Ein leitender CDU Politiker der Stadt sagte 2008: "Es gibt nichts, was man noch besser machen kann." Ich möchte alle dafür gewinnen unsere Stadt noch lebenswerter zu machen. Mittun und Mitentscheiden dürfen nicht länger Alibi sein. Nicht "Besser bleiben" sondern zusammen besser werden!

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Henning Konrad Otto: Indem Wirtschaftsförderung "Chefsache" bleibt und alle Fragestellungen in diesem Zusammenhang mit den Unternehmern und Verwaltungsmitarbeitern an meinem Tisch erörtert und entschieden werden. Wirtschaftsförderung bezieht sich heute vor allem auf in Haldensleben ansässige Unternehmen, deren Entwicklung und Erweiterung, nicht nur auf Neuansiedlungen! Außerdem muss die nötige Infrastruktur schnellstmöglich so hergestellt werden, dass Unternehmen und "Heimarbeiter" morgen im Wettbewerb bestehen können. Wir brauchen dringend ein leistungsfähigeres Breitbandnetz für das ganze Stadtgebiet, eine optimale Anbindung der Stadt über die B 71n und die B 245n an die Autobahnen sowie mit dem "Gleis 11" eine schnellere Bahnverbindung mit der Landeshauptstadt und zum ICE-Knoten in Wolfsburg. Diese Maßnahmen können wir jedoch nur mit Land und Bund umsetzen. Hier sind dicke Bretter zu bohren. Im Stadtzentrum und am Bahnhof werden wir mit Unterstützung der WOBAU spätestens im nächsten Jahr zwei bis drei "Hot Spots", also öffentliche drahtlose Internetzugriffspunkte einrichten, die hohe Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen. Hier können wir als Kommune unmittelbar und schnell handeln. Schließlich will ich nicht nur mit den Innenstadthändlern regelmäßig zusammenkommen, sondern dies auch mit den kleineren Unternehmern in der übrigen Stadt tun; denn deren Inhaber oder Geschäftsführer kommen selten von sich aus ins Rathaus, bilden aber eine ganz wichtige Säule der Haldensleber Wirtschaftskraft.

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