Der Internationale Museumstag stand in diesem Jahr unter dem Motto "Museum collections make connections". Und die frisch restaurierte Schmetterlingssammlung im Weferlinger Heimat- und Apothekenmuseum konnte sich wirklich sehen lassen.

Weferlingen (cbo) l Eine Attraktion des Heimat- und Apothekenmuseums ist zu neuen Ehren gekommen - die Schmetterlingssammlung von Alfred Fischer sen., der 1987 verstorben ist, zeigt sich jetzt restauriert und beschriftet.

"Aus eigener Kraft hätten wir das nie machen können", stellt Gerald Wolters, Vorsitzender des Bürgervereins Weferlingen, am Museumstag fest. Ein großes Dankeschön richtete er an Otto Elias, Holger Breitbarth und Maik Guth von der Entomologischen Gesellschaft Magdeburg. Die drei Gäste und Heiko Preydel, ein weiteres Mitglied der Entomologischen Gesellschaft, hatten in mühevoller Kleinarbeit die Schmetterlingssammlung von Alfred Fischer sen. wieder aufgearbeitet, neu sortiert und beschriftet. "Das war uns ein Herzensbedürfnis, die Sammlung vor dem Verfall zu retten", entgegnet Otto Elias.

"Wir haben Alfred Fischer sen. noch gekannt, er war Mitglied der Fachgruppe Entomologie." Sie seien bei zahlreichen Exkursionen gemeinsam unterwegs gewesen. Wenn es mit der Restaurierung der Sammlung vielleicht gelingen würde, auch das Interesse der junge Leute zu wecken, dann sei der Aufwand in Ordnung. Das Museum kann jetzt sogar als Ergänzung zum Schulunterricht besucht werden, denn die Schmetterlinge und Käfer sind nun konkret bestimmt. Und die prächtigen Exponate anzusehen, ist doch etwas anderes als sie im Schulbuch oder im Internet zu betrachten.

Auch Ortsbürgermeister Hans-Werner Kraul würdigte das Engagement der Entomologen, die Sammlung von Schmetterlingen und Käfern für die Nachwelt zu erhalten, denn die Sammlung sei für Weferlingen etwas Besonderes. Gleichfalls erkannte er die örtlichen Bemühungen um kulturelle Besonderheiten an.

Die 36 Kästen mit Schmetterlingen und Käfern werden nur an einigen Tagen im Jahr zu sehen sein. Auf alle Fälle wieder zum Tag des offenen Denkmals, am 13. September. Ansonsten sind Museumsbesuche für Gruppen nach Absprache auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich. Geöffnet wird regelmäßig an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr.

Gäste konnten die Entomologen am Sonntag auch noch befragen. Die Sammlung hatte bereits erhebliche Schäden zu verzeichnen, erläuterte Otto Elias. Die Restaurierung sei gerade noch rechtzeitig gekommen. Einige Exponate waren allerdings nicht mehr zu retten. Das falle jedoch bei der Fülle der Schmetterlinge und Käfer nicht auf, zumal viele Sammelobjekte mehrfach vorhanden sind. Otto Elias habe die meiste Arbeit gehabt, versicherten Holger Breitbarth und Maik Guth. Er habe ja auch die meiste Zeit, denn er sei im Gegensatz zu den anderen bereits im Rentenalter, wiegelte Otto Elias ab.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Fachsimpeln, schwelgten in Kindheitserinnerungen oder bewunderten die farbenprächtigen Exoten. Auch die Bilder von Ulrich Wolf mit vielen Weferlinger Motiven, die gegenwärtig in einer Sonderausstellung im großen Museumsraum zu sehen sind, wurden gern betrachtet.

Im unteren Raum, in dem die historische Apotheke steht, konnten die Gäste erstmals einer Seifensiederin zusehen und von Britta Tischmacher viel Interessantes über die Seifenherstellung erfahren.

Trotz des nicht gerade einladenden Wetters erklommen auch zahlreiche Besucher den "Grauer Harm".

Gern nahmen die Gäste das Angebot des Bürgervereins an, sich mit einem Würstchen vom Grill zu stärken oder bei Kaffee und Kuchen zu verweilen.