Das Velsdorfer Schützenhaus ist vor einer Woche niedergebrannt. Der Verein ist auf Spenden angewiesen.

Velsdorf l "Dass heute so viele Leute zum Helfen gekommen sind, ist unbeschreiblich. Mit so viel Anteilnahme haben wir nicht gerechnet", gesteht Franz Stöhr, Vorsitzender des Schützenvereins, als am Sonnabendmorgen mehr als 30 Frauen, Männer und Jugendliche zum Arbeitseinsatz kommen. Bis auf das Fundament war der Containerbau vor einer Woche niedergebrannt. Brandstiftung wird vermutet. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Die Mission ist es nun, die verkohlten Überreste des einstigen Schützenhauses wegzuschaffen. Es gilt, per Muskelkraft die Überbleibsel in Schrott, Bauschutt oder Sondermüll zu trennen und in die jeweiligen Container zu schaffen. Viele der Helfer packen wortlos mit an. Andere klopfen dem Schützenchef Franz Stöhr ermutigend auf die Schulter. "Es wird schon wieder. Wir helfen euch - klare Sache", heißt es von den Freunden der örtlichen Vereine.

Der Schock sitzt immer noch tief. "Egal, wer hier von welchem Verein ist, wir halten zusammen", sagt Siegfried Dörheit, Vorsitzender der Sportgemeinschaft Velsdorf/Mannhausen, der seine Sportler nicht erst lange bitten musste. Und auch Velsdorfs Wehrleiter Maik Bröckel ist mit seinen Brandschützern tatkräftig vor Ort. "Wir hatten gestern einen Dienstabend und haben festgelegt, dass wir heute auch beim Arbeitseinsatz dabei sind. Wir wollen den Schützen Mut machen, weiter zu machen", erklärt er.

"Es ist eine große Freude, dass so viele Leute mit anpacken. Es sind Mitglieder der Velsdorfer Vereine, aber auch andere Bewohner des Ortes und auch aus den Nachbarorten sind Helfer da", beschreibt Hubertus Nitzschke vom Vorstand der Schützen.

Erste Spenden gehen ein

Marcel Lehmann aus Lössewitz legt kurz seine Schippe beiseite und gibt Stöhr wortlos einen Geldschein. Der junge Mann erklärt auf Nachfrage. "Der Freund meiner Mutter gehört zu den Schützen. Ich war vor kurzem beim Maifest dabei. Die Velsdorfer haben mich mit offenen Armen empfangen. Jetzt möchte ich mich revanchieren."

Geschockt vom Unglück sind auch die Familienangehörigen und im Besonderen die Kinder der Schützen, die nun auch beim Einsatz dabei sind. Marén Stöhr, die Schwiegertochter des Vereinschefs, schmiert Schmalzstullen auf der angrenzenden Wiese, wo Tische und Stühle aufgebaut sind. "Ich kann es immer noch nicht fassen und bin wütend, wer so etwas tut", sagt Marén Stöhr kopfschüttelnd. Die siebenjährige Leonie Hornbruch legt Kuchen für die Helfer auf einen großen Teller.

Existenz steht auf dem Spiel

Immer noch voller Emotionen sucht Stöhr nach Dankesworten und erklärt: "Wir haben schon erste kleine und größere Spenden bekommen. Die Hoffnung steigt, dass wir einen Neuanfang wagen können", erklärt der Schützenchef. Weiter existieren kann der Verein - nach Ansicht von Stöhr - nur mit einer Anschubfinanzierung von etwa 20.000 bis 25.000 Euro.

Wer dem Verein helfen möchte, kann auf das Spendenkonto "Brand Schützenhaus", IBAN: DE20 2719 0082 0774 7128 01; BIC GENODEF1HMS, bei der Volksbank Helmstedt Geld überweisen.

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