Neuenhofe l Etwa 50 Menschen demonstrierten am Sonntag in Neuenhofe beim 220. Friedensweg der Initiative Offene Heide für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Hauptredner bei der obligatorischen Kundgebung zu Beginn des Friedensweges war Wolfgang Geffe, landeskirchlicher Beauftragter für Friedensarbeit der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Er kam geradewegs aus der Gardeleger Marienkirche, wo er an der zentralen Eröffnungsveranstaltung zur Ökumenischen Friedensdekade teilgenommen hatte. "Ich möchte hier auf zwei Ehrungen eingehen, die Friedensaktivisten in den vergangenen Tagen erfahren haben", begann Wolfgang Geffe.

Dabei erinnerte er an die Ehrung für Pfarrer Harald Brettschneider, der kürzlich auf der Wartburg in Eisenach die Martin-Luther-Medaille bekam. Laudator war dabei kein Geringerer als Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziére. Harald Brettschneider entwickelte 1980, als angesichts der militärischen Hochrüstung erstmals in beiden Teilen Deutschlands die Ökumenische Friedensdekade stattfand, das Symbol "Schwerter zu Pflugscharen".

"Dieses Symbol machten den Mächtigen in der DDR Angst", betonte Wolfgang Geffe, der als zweites Beispiel die Ehrung des Ökumenischen Dienstes Schalomdiakonat mit dem Lothar-Kreyssig-Friedenspreis hervorhob. Der hessische Verein bildet Friedensfachkräfte aus, die bei ihrem Einsatz mit Konfliktbewältigung, Gewaltfreiheit und Meditation dazu beitragen, dass die Welt ein Stück friedlicher wird. Zu diesem Thema wird es übrigens am Donnerstag, dem 10. November, um 18.30 Uhr in der Wolmirstedter Katharinenkirche einen Kreisjugendabend mit Friedensfachkräften geben.

Wolfgang Geffe ging auch auf das diesjährige Motto der Ökumenischen Friedensdekade "Gier macht Krieg" ein. "Solange mit Lebensmitteln spekuliert wird und Banken Rendite von 20 Prozent anstreben, wird es Ungerechtigkeit und Armut auf der Welt geben."

Grußworte auf der Auftaktkundgebung des Friedensweges kamen von Vertretern der Initiativen Kyritz-Ruppiner Heide, "Lebenslaute" und "Magdeburger empört euch".

Die eigentliche Friedenswegwanderung führte dann über etwa fünf Kilometer durch die Neuenhofer Gemarkung entlang der Grenze des Truppenübungsplatzes.