Colbitz/Golzhausen l Fast 50 Menschen demonstrierten am Neujahrstag für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Mit der 222. Auflage fand die Tradition der Friedenswege an jedem ersten Sonntag im Monat ihre Fortsetzung. Initiator ist die Initiative Offene Heide.

An diesem ersten Tag des neuen Jahres trafen sich die Friedensaktivisten unweit von Colbitz an der Bundesstraße 189. "Hier stand bis in die 50-er Jahre hinein die Försterei Golzhausen", berichtete Bernd Luge bei der Auftaktkundgebung des 222. Friedensweges.

Bernd Luge war aber nicht der einzige Redner. Christel Spenn äußerte in ihrem Redebeitrag "Gedanken zum Frieden". "Der Frieden braucht unseren Mut", so die Rednerin. "Im deutschen Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, aber unsere Politiker missachten die Menschenrechte. Darüber sind wir empört."

Spontan ergriff Jürgen Piater das Mikrofon. "Ich war Kampfhubschrauberpilot bei der Bundeswehr, aber angesichts der Entwicklung habe ich hingeschmissen", so der Mann aus Kassel, der in Sachsen-Anhalt den Jahreswechsel gefeiert hatte, "es gibt in der Bundeswehr eine zunehmende Intransparenz. So liegt beispielsweise bisher kein offizieller Bericht über die Tätigkeit der Kommandospezialkräfte in Afghanistan vor."

Weitere Redebeiträge informierten über die "Meile der Demokratie", die anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 in der Landeshauptstadt geplant ist, oder über die Vorbereitung des diesjährigen Ostermarsches.

Nach der Auftaktkundgebung formierten sich die Teilnehmer des Friedensweges zu einer 4,2 Kilometer langen Wanderung. Unter Polizeischutz querten sie dabei die Bundesstraße 189 und wanderten dann bis zur Grenze des Truppenübungsplatzes. Danach bewegte sich der Demonstrationszug auf die Ostseite der Bundesstraße, wo kürzlich der Bau für die geplante Nordverlängerung der Autobahn A14 begonnen hat.

Der 223. Friedensweg beginnt am Sonntag, dem 6. Februar, um 14 Uhr südlich von Dolle an der Einmündung nach Steinberge. Nach der obligatorischen Kundgebung und der sich anschließenden Wanderung, sind die Teilnehmer noch zu einer Buchvorstellung eingeladen. Dabei geht es um den politischen Lebensweg der 2009 verstorbenen Friedensaktivistin Erika Drees.