Auf dem Gelände des einstigen Havelberger Baustoffwerkes, das im vergangenen Jahr dem Erdboden gleichgemacht wurde, türmen sich schon wieder große Erdhaufen. Sie künden von den Arbeiten zur Wiederherstellung der einstigen Petroleuminsel.

Havelberg l Am Rande des geplanten Info-Zentrums "Natura 2000", das ein zusätzliches Angebot zur Bundesgartenschau 2015 sein soll und die Renaturierung der Unteren Havel der Öffentlichkeit zugänglich machen wird, entsteht die Petroleuminsel. Eine Universalbaufirma aus Perleberg hat am 20. Januar mit einem Subunternehmer mit den Tiefbauarbeiten begonnen. Bauherr ist der Naturschutzbund Deutschland Nabu.

Früher lagerte Kraftstoff auf der Insel

"Wir haben damit begonnen, den 190 Meter langen Havelarm wieder auszugraben. Er war hier am Standort einer früheren großen Ziegelei über die Jahre zugeschüttet worden. Die Petroleuminsel, die jetzt weiter ins Landesinnere gebaut wird, wurde einst als Kraftstofflager genutzt", so Christina Engelbert, Projektbetreuerin Altarmanschluss Havelberg vom Nabu-Institut für Fluss- und Auenökologie Rathenow.

In der großen Baugrube, die zur Havel hin durch Fangedämme geschützt ist, lädt der Bagger das Erdreich auf die Lkw und die fahren es über die Baustraße auf das Festland. 21000 Kubikmeter Erdreich werden hier dem Bauvorhaben weichen. "Von der jetzigen Sole aus müssen wir noch weitere 3,50 Meter in die Tiefe. Das Grundwasser wird abgepumpt, um mit den Arbeiten weiter voranzukommen", sagte der Perleberger Vorarbeiter Daniel Bochynek. Ein Großteil der Erde wird, nach dem Sieben und der Kontrolle auf Schadstoffe, für die Erhöhung des Pferdemarktgeländes abtransportiert. Die Uferbereiche des neuen Inselkanals werden abschließend, ebenso wie die Sohle, mit Feinsand und anschließend mit Kies, der eine Körnung von zwei bis acht Millimetern hat, abgedeckt.

Die Insel soll als Bestandteil der Renaturierung der Havel wieder auferstehen, da Altarmanschlüsse ein Bestandteil des größten europäischen Renaturierungsprojektes sind. Daher wird das Projekt auch vom europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert. "Die neue alte Petroleuminsel wird aber kleiner als das Original. Durch die Böschungsgestaltung und die vorgegebenen Festpunkte ist eine Vergrößerung nicht möglich und auch nicht notwendig. Die naturbelassene Insel, die durch einen Steg mit dem Festland verbunden ist, soll ein Ausguck für die Buga-Besucher sein und wird sich wunderbar in die Havellandschaft einfügen", schätzt Christina Engelbert ein.

Das Eiland soll der Natur überlassen werden und zum Biotop für Eisvogel, Specht, Enten, Biber und Fischotter werden. Da die Spundwand des Hafens erhalten werden soll, ist der Altarm stärker gekrümmt und somit auch etwas kürzer als sein Vorgänger. Angedacht ist es, die Arbeiten an der Insel im Frühjahr abzuschließen. Bis zum vergangenen Jahr stand auf der alten Petroleuminsel noch ein Wohnhaus (dazu demnächst mehr).

   

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