Im Ethik-Unterricht erfuhren die Schüler der Klasse 6a der Havelberger Sekundarschule "Am Weinberg" von der Baumpflanzaktion des Felix Finkbeiner. Mit neun Jahren pflanzte dieser seinen ersten Baum und gründete die Aktion "Plant for the planet". Die Sechstklässler wollen einen Ginkgo-Baum für den Schulhof.

Havelberg l "Der Ginkgo steht für Umweltschutz, Frieden und Gesundheit", sagt Justin und berichtet von einem Ginkgo-Baum, der als einziges Lebewesen den Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 in Japan überlebt und wieder Grün ausgetrieben hatte. So wie er haben sich alle Mädchen und Jungen der Klasse mit ihrer Lehrerin Petra Tetzel seit Schuljahresbeginn intensiv mit dem Thema Baumpflanzen und Ginkgo befasst.

Dabei stießen sie auch auf die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai aus Kenia. Sie pflanzte in vielen afrikanischen Ländern Bäume, um den Klimawandel zu stoppen. Angespornt wurden sie von Felix Finkbeiner, der seinen Traum verwirklicht, die Klimakatastrophe zu verhindern.

Mehr als eine Milliarde Bäume schon gepflanzt

Wenn alle Kinder sich zusammentun und Bäume pflanzen, ließe sich das praktizieren. "150 Bäume pro Nase würden reichen. Denn jeder einzelne Baum bindet CO und reduziert das Treibhausgas, das wir alle produzieren", so die Gedanken des Jungen aus Bayern. Er hat mittlerweile weltweit viele Prominente an seiner Seite und im Rahmen der Aktion "Plant for the planet" sind schon mehr als eine Milliarde Bäume gepflanzt worden.

Klimawandel, Hochwasserkatastrophe vom Juni, der viele Bäume zum Opfer fielen, der Ginkgo als Symbol für Umwelt, Natur und Gesundheit sehen die Sechstklässler als Gründe, sich für einen Ginkgo-Baum auf ihrem Schulhof einzusetzen. Und noch etwas ist für sie symbolträchtig. Der Baum steht auch für Vielfalt, kein Blatt gleicht dem anderen. Als "Klasse der Vielfalt" mit unterschiedlichen Charakteren, Leistungsmöglichkeiten und Herkünften sehen die Sechstklässler den Baum als gutes Zeichen für sich selbst.

Auf dem Schulhof oder an der Schule wollen sie einen Ginkgo pflanzen. Das Geld dafür wollen sie sammeln. Dafür haben sie Plakate angefertigt. "Plant for the planet" haben sie außer in Deutsch - Pflanzen für den Planeten - in vielen Sprachen in die Blätter ihres Ginkgos geschrieben, etwa in Russisch, Französisch, Türkisch und in afrikanischen Sprachen. "Wir wollen in der Stadt Geld sammeln", erklärt Vivien. Dabei wollen sie die Havelberger um einen Euro bitten.

400 bis 500 Euro kostet ein Ginkgo. Denn es soll schon ein größeres, kräftiges Exemplar sein, das gut anwächst. Eltern unterstützen die Kinder. Die Mutti von Julian, Nadine Gogowski, begleitet die Aktion.

Mit einem Schreiben haben sich die Schüler an den Förderverein der Schule und an Schulleiterin Kerstin Meinschien gewandt. Sie unterstützen das Projekt ebenfalls. Vom Techniklehrer gab es für ein Bild im Klassenraum getrocknete Ginkgo-Blätter. Ein Flyer soll noch entworfen werden, auf dem dann auch die Kontonummer des Fördervereins steht für diejenigen, die Spenden überweisen möchten.

Schüler wollen die Pflege übernehmen

Als Klasse, die sich auch an "SchmaZ - Schüler machen Zeitung" beteiligt, werden die Schüler über ihre Erfahrungen Berichte schreiben. Und wenn genug Geld zusammenkommt, haben sie auch nichts dagegen, zwei Bäume zu pflanzen.

"Wir wollen auch die Pflege des Baumes übernehmen. Und wenn wir einmal Kinder haben, können wir ihnen unseren Baum zeigen", blickt Jona schon mal in die Zukunft.