Stark gewandelt hat sich das Antlitz des früheren Rittergutes in Waldfrieden. Was dort in den vergangenen Jahren geschaffen wurde, konnten sich Besucher beim Tag der offenen Tür anschauen.

Waldfrieden l Wer den Vehlgast-Kümmernitzer Ortsteil Waldfrieden besucht, dem wird das einstige Rittergut sicher ins Auge fallen. Dass es heute wieder ein Schmuckstück ist, ist vor allem Roland Wierling zu verdanken, dem Vorsitzenden des Vereins "Rittergut Todtenkopf und Landschaft". Dem war nicht immer so: "Vor elf Jahren, als ich hier hergezogen bin, hätte man für diese Ruine keinen Pfifferling mehr gegeben," berichtete Hans-Günther Rose aus Kümmernitz. Auf dem mit einer Plane notdürftig abgedeckten, einst abgebrannten Dach wuchsen Birken, das schon lange leerstehende Gemäuer war sehr marode. Alles andere als ein Blickfang.

Was in jahrelanger Arbeit durch den achtköpfigen Verein geschaffen wurde, konnten sich die Gäste am Sonntag anlässlich des "Tages der offenen Tür" anschauen. "Damit soll zugleich die neue Saison eingeläutet werden", machte der Vorsitzende deutlich. Das Haus besitzt nun vier Ferienwohnungen, jeweils ein Doppelzimmer mit Teeküche und Bad. Im großen Saal finden bis zu 50 Gäste Platz, auf Wunsch wird auch gekocht.

In einem nächsten Schritt soll der zwei Hektar große alte Park hinter dem Gut wieder hergestellt werden. Darin befindet sich auch ein Teich, in dem einst sogar gebadet wurde. Das will der Verein wieder erreichen. Derzeit ist es ein Modderloch, auch der Park ist zugewuchert.

Todtenkopf war der frühere Ortsname

Den Teich hatte der Verein vor drei Jahren von der Kommune gekauft, als nächstes möchte er auch die Kapelle im Ortsteil übernehmen. Diese passe gut ins Konzept, beispielsweise könnten dort Hochzeiten stattfinden, blickt Roland Wierling in die Zukunft.

2010 war der Verein ins Leben gerufen worden, ein solcher hat bessere Möglichkeiten, an Fördergelder zu gelangen. Unterstützung kam vom Amt für Landwirtschaft. Das sanierte Haus war 2012 eingeweiht worden, die antik gehaltenen Zimmer sind mit abgestimmtem Mobiliar ausgestattet: Mahagoni, Nussbaum sowie Eiche.

Die Sanierung des Gutshauses ist zugleich eine Initialzündung. "Wenn man beginnt, ein Objekt in einem Ort zu sanieren, ziehen bald auch die Nachbarn mit", verwies Roland Wierling auf drei weitere Sanierungen im Ort.

Zum Fest hatte sich mit Kurt Lück aus Kuhlhausen auch ein ehemaliger Bewohner des Hauses eingefunden. "Ich habe hier von 1945 bis 1949 gewohnt", erklärte der Senior. Nach der Flucht war die Familie zunächst in Vehlgast untergekommen, dann in Waldfrieden. Bis zum Zweiten Weltkrieg hieß der Ort Todtenkopf. Der Name rührt wohl daher, dass der Boden hier sehr karg war. Das galt auch für die Wiese vorm Gutshaus, welche Sigbot Pannier wieder sehenswert hergerichtet hat.

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