Seit 2010 herrschte in Kamern und seinen Ortsteilen stellenweise arge Finsternis: Die Kommune musste sparen und schaltete darum etliche Straßenlampen ab. Diese Zeit ist nun endlich vorbei - moderne und bezahlbare LED-Technik macht es möglich.

Kamern l Oben auf dem Schrank hinterm Bürgermeister-Schreibtisch erinnert eine denkwürdige "Ehrung" an Kamerns finstere Zeit: "Faule Birne 2011 - Sieger im Wettbewerb schlechteste Straßenbeleuchtung im Land Sachsen-Anhalt" ist auf dem Sockelschild zu lesen, oben drauf zwei schwarze Glühbirnen. Überreicht worden war diese "Auszeichnung" beim Kinderkarneval in Wulkau. Das ist nun Geschichte.

Bürgermeister Klaus Beck hatte 2010 wegen der kommunalen Verschuldung die Notbremse gezogen, bei den Straßenlampen gab es noch Sparpotenzial. Wurden 2010 noch 21000 Euro an Energiekosten für die Straßenbeleuchtung in Kamern und den Ortsteilen gezahlt, minimierten sich die Ausgaben zuletzt auf 14000 Euro. Allerdings zu Lasten der Sicherheit der Bürger. Vor allem aus Wulkau und Rehberg kam viel Kritik.

An LED-Technik für die Lampen war 2010 überhaupt noch nicht zu denken: Eines dieser modernen Leuchtmittel schlug damals mit etwa 300 Euro zu Buche. Doch mit der Zeit verringerten sich die Kosten enorm - jetzt rüstet Kamern komplett auf LED um.

Preis für eine LED-Lampe sank von 300 auf 36 Euro

"Wir haben für alle vorhandenen Straßenlampen LED-Leuchtmittel angeschafft, insgesamt sind es 330 Stück" informierte Bürgermeister Arno Brandt. Mit der Ausschreibung konnte der Preis je Lampe sogar noch von einst 70 Euro auf etwa 36 Euro gedrückt werden - bei immerhin drei Jahren Garantiezeit.

300 der neuen Leuchtmittel verbrauchen 15 Watt, an den Kreuzungen sowie an den hohen Peitschenlampen an der Bundesstraße in Schönfeld werden hingegen die insgesamt 30 LED-Lampen mit 22 Watt installiert. "Damit haben wir in Kamern und den Ortsteilen endlich wieder eine ordentliche Grundbeleuchtung" freut sich Arno Brandt.

Zum Vergleich: Die alten Quecksilberdampflampen verbrauchten jeweils zwischen 80 und 125 Watt, hinzu kamen die Vorschaltgeräte - pro Lampe waren dies nochmals mindestens 13 Watt. Arno Brandt ist optimistisch, dass die 12000 Euro, welche Kamern für die moderne Technik ausgeben musste, sich in bereits zwei Jahren amortisiert haben. Obwohl bald wieder alle Lampen leuchten, wird weniger als die Hälfte der einstigen Stromkosten fällig.

Die Gemeindearbeiter Werner Bioletti, Detlef Rieck und Hans-Jürgen Harzer statten nun die Lampen mit der neuen Technik aus. Rehberg, Hohenkamern und Neukamern sind bereits komplett umgerüstet, Schönfeld ist bis auf die Bundesstraße fertig - für die dortigen hohen Peitschenlampen ist eine Arbeitsbühne notwendig.

Werner Bioletti war gestern am Hunnenberg in Kamern bei der Arbeit, hier stehen noch Lampen aus DDR-Produktion. Diese müssen oftmals etwas aufwendiger als die neueren Lampen in Wulkau umgerüstet werden: Die gesamte Straßenlampe muss auseinandergeschraubt werden, um an das Vorschaltgerät zu gelangen. Bei mancher dieser alten Lampen geht gleich gar nichts mehr, sie sind so marode, dass sie erst noch repariert werden müssen. Und manchmal finden die Gemeindearbeiter sogar Vogelnester in den Lampen - ein Brutplatz mit Beleuchtung sozusagen.

Im Zuge der Flutsanierung werden weitere Lampen modernisiert, beispielsweise in der Straße Am See in Kamern.

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