Sie fühlte sich Havelberg und dem Prignitz-Museum stets verbunden. Ihr Großvater gehörte zu den Mitbegründern des Museums. Mit ihrem Mann unterstützte sie den Förderverein und gründete eine Stiftung: Am 29. Januar ist Christa Riedel-Hartwich im Alter von 85 Jahren verstorben. Sie wird in Havelberg beigesetzt.

Havelberg l Als sich 90 Jahre nach der Gründung des ersten Museumsvereins in Havelberg, dem 1906 die Eröffnung des Museums folgte, im Jahr 1994 der Verein "Freunde und Förderer des Prignitz-Museums" bildete, gehörte Christa Riedel-Hartwich zu den Gründungsmitgliedern. Sie war dem Museum, dem Dom und der Stadt stets verbunden, unterstützte mit ihrem Mann Günther Riedel den Förderverein auch finanziell.

"Beide haben die Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Museums finanziell gefördert und auch den Einbau des Aufzugs für das Museum", berichtet der Vorsitzende des Fördervereins Harald Wildhagen. Oft besuchte Christa Hartwich-Riedel mit ihrem Mann ihre familiären Heimatstädte Havelberg und Tangermünde. Vor allem das Museum und der Dom waren ihr wichtig. Sie bewahrte das Vermächtnis ihres Großvaters Dr. Richard Hartwich, der als Arzt in Havelberg aktiv an der Gründung des Museums mitwirkte, die Sammlung bereicherte und es viele Jahre ehrenamtlich leitete. "Es ist unser besonderes Anliegen, auch seine Spuren und die seines Lebenswerkes zu bewahren", hatte sie in ihrem Vorwort zur Festschrift geschrieben. In diesem Buch "Hinter Havelberger Klostermauern" sind ihre Erinnerungen an ihren Großvater und die Zeit in Havelberg festgehalten (siehe Seite 21).

"Christa Riedel-Hartwich ist Ehrenmitglied unseres Vereins gewesen. Sie war emotional sehr mit dem Museum und dem Dom verbunden. Sie hat einen Teil ihrer Jugend hier verbracht, sah ihre Wurzeln hier", sagt Harald Wildhagen. Das Ehepaar hatte 2002 die Riedel-Hartwich-Stiftung zugunsten des Domes und des Museums gegründet. Zweck der Stiftung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verwaltet wird, ist die Förderung des Erhalts und der Restaurierung der Domgebäude in Havelberg.

Das Ehepaar lebte in Berlin, wo Günther Riedel weiterhin zu Hause ist. Christa Riedel-Hartwich arbeitete als medizinisch-technische Assistentin und war Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin an der Freien Universität. "Der Wunsch beider ist es, auf dem Stadtfriedhof in Havelberg die letzte Ruhestätte zu finden. Das haben sie schon vor längerer Zeit mit der Kirchengemeinde geklärt", berichtet Harald Wildhagen. Die Urnenbeisetzung findet am 14. März dort statt. Da der Verstorbenen viel am deutsch-jüdischen Dialog lag, wird zuvor zur Trauerfeier ab 15 Uhr im Dom auch eine Videobotschaft aus Israel übermittelt, ergänzt Fördervereinsmitglied Antje Reichel.

Dem Förderverein liegt sehr daran, das Andenken an Christa Riedel-Hartwich, die am Dienstag 86 Jahre alt geworden wäre, in Ehren zu halten. Unter anderem mit einer Tafel neben dem Aufzug, auf der neben sonstigen Unterstützern die Familiennamen der besonderen Förderer Jan Böhm und Christa Riedel-Hartwich hervorgehoben werden.