Fischbeck l Wie enorm diese Baustelle an der Elbe bei Fischbeck ist, verdeutlichte Jan Salomo von der Bauüberwachung mit Zahlen: "Jeden Monat werden eine Million Euro an Volumen verbaut, 20000 Kubikmeter Oberboden wurden angeliefert und 40000 Kubikmeter Boden vom Altdeich abgebaut." - Das entspricht insgesamt etwa 10000 Lkw-Ladungen. Zudem rammte die Firma Ostbau aus Osterburg 800 Tonnen Spundwände neben der Elbbrücke in die Erde.

Zur Informationsveranstaltung war auch Burkhard Henning, der Leiter des LHW, am Mittwoch ins Gemeinschaftshaus nach Kabelitz gekommen. Er berichtete, dass diese Baustelle derzeit die größte in seinem Bereich sei. In fünf Abschnitten wird der sieben Kilometer lange Deich bis hin nach Jerichow erneuert.

Derzeit sind zwischen der B188 und der Fährstraße Fischbeck die Abschnitte 1 und 2 im Bau, informierte Planer Sebastian Dornblut aus Stendal. Neben der Brücke wird der Altdeich genutzt - zwischen Löpsche und Fichtenwiel musste wegen der Enge eine doppelte Spundwand eingebaut werden. Danach wird auf eine neue Trasse verschwenkt, ein Stück der alten B188 liegt dann im Vorland und wird ebenerdig abgetragen. Alle Überfahrten, die es auf dem Altdeich gab, werden auch auf dem neuen Deich errichtet.

Eine Spundwand wurde auch am Junkerwiel eingerammt, denn hier quert der neue Deich einen Altarm. Beide Abschnitte kosten neun Millionen Euro - die Spundwände erhöhten die Kosten enorm. Die Qualität wird laufend überprüft, dafür sind gleich mehrere Kontrolleure zuständig.

Die Arbeiten, die sich wegen der enormen Munitionsfunde verzögert hatten, liegen wieder gut im Plan. Derzeit läuft die Ausschreibung für den dritten Abschnitt, Baustart ist im Mai oder Juni. Unter anderem sind hier zudem die Fährstraße anzupassen und das Plateau zu erneuern, Wege und Gräben anzubinden. Teils verläuft der Neubau auf der alten Trasse. Der Altdeich wird ab dem kommenden Frühjahr zurückgebaut, sein Material wird für den vierten und fünften Abschnitt benötigt.

Archäologen wurden fündig

Vor Baustart kommen die Kampfmittelräumer zum Einsatz, ebenso die Archäologen - am Lenzenberg wurden sie fündig. Nördlich des Bauernwiels entsteht als Ausgleich für den Naturschutz ein weiteres Gewässer, zudem wurden Schutzzäune für Amphibien sowie Rettungshügel errichtet.

Die letzten beiden Abschnitte beginnen am Lenzenberg, für die Trasse gibt es drei Varianten. Die bevorzugte verschwenkt etwas in Richtung Elbe, so werden Gewässer umgangen und Nutzflächen geschont, allerdings müssen diverse Bäume fallen. Ein Weg zur Bundesstraße wird zur Deichverteidigung ausgebaut.

Die nächste Information zum Baustand soll nach den Sommerferien stattfinden.