"Dein Fahrrad, dein Tag" – bis zur letzten Woche war dieses Motto ein ganzes Jahr lang Thema eines Projektes, das das Erlebnispädagogische Centrum Havelberg (ELCH) gemeinsam mit dem Havelberger Jugendzentrum für Kinder und Jugendliche aus der näheren Umgebung veranstaltete.

Havelberg. "Oftmals steht Eltern nicht das nötige Geld zur Anschaffung eines Fahrrades für ihre Kinder zur Verfügung. Das war der Punkt, an dem wir mit dem Projekt ¿Dein Fahrrad, dein Tag‘ ansetzen wollten", erklärt Andreas Stahl, Einrichtungsleiter des ELCH. "Es ging darum, auch sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, insbesondere im Alter von 8 bis 14 Jahren, die Möglichkeit zum Fahrradfahren lernen und zu geführten Radwanderungen zu geben."

Dank einer Förderung durch eine Initiative der Aktion Mensch war es unter anderem möglich, für das Projekt zehn neue Kinderfahrräder, 20 Fahrradhelme und einen großen Fahrradanhänger anzuschaffen.

Die Kinder und Jugendlichen – pro Projekttag kamen bis zu 14 Mädchen und Jungen – nahmen die brandneuen Räder und Helme freudig in Empfang. Dann ging es an sämtliche Einstellungen – vom Sattel bis zum Lenker –, um für jeden die optimale Fahrposition zu finden. Besondere Beachtung fand hierbei, dass mit den Kindern gemeinsam alles eingestellt wurde, so konnte einerseits auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden und auf der anderen Seite erwarben die Mädchen und Jungen gleich das notwendige technische Wissen.

Vor Fahrtantritt galt es erst einmal, einen Hindernisparcours zu bewältigen. Die Kinder mussten unter anderem Slalom fahren, Hindernissen ausweichen, das Kippbrett bewältigen und eine ordentliche Vollbremsung hinlegen.

Die Touren reichten von Kurzstrecken (Havelberg-Mühlenholz-Sandau-Havelberg) bis hin zu Ganztagstouren von Havelberg bis Gnevsdorf und zurück.

Die Ausflüge wurden organisiert durch das ELCH und das Jugendzentrum. Die Kinder und Jugendlichen empfingen dazu neben Fahrrad und Helm auch einen Versorgungsbeutel. In den Pausen konnte sich dann gemeinsam gestärkt und auch noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit bestaunt werden. Zusätzlich wurden die Pausen für Erläuterungen, zum Beispiel zur Wehrgruppe, zur Schleuse, zur Havelmündung und anderes genutzt. So erfuhren die jungen Teilnehmer während der sportlichen Betätigung auch viel Wissenswertes über ihre Region.

Nach der Rückkehr ins ELCH wurden die Räder überprüft und gegebenenfalls repariert, um bei der nächsten Tour wieder voll funktionstüchtig zu sein.

In den Wintermonaten beschäftigten sich die Kinder mit den kleinen alltäglichen Reparaturen am Fahrrad (Einstellungen von Sattel und Lenker, Erledigung kleinerer Reparaturen, Mantel und Schlauch wechseln, Rad wintertauglich machen undsoweiter). Ein weiterer wichtiger Punkt zu dieser Zeit war die Verkehrserziehung. Im Rahmen der Grundschule absolvieren die Kinder in der Regel einen Fahrradpass – diese theoretischen Grundlagen wurden nochmals aufgefrischt und vertieft.

"Weil das Projekt so großen Erfolg hatte, soll es auch im Jahr 2011 fortgesetzt werden", macht Andreas Stahl deutlich. Auch ohne die ausgelaufene Förderung.