Klietz/Schönhausen (sl). Schon im Kindergarten lernen die Mädchen und Jungen, was gesunde Ernährung ist. In der Schule wird das Wissen dann vertieft. Nicht nur mit den Lehrern, sondern auch mit Hilfe der Landfrauen. Seit vier Jahren bieten sie in Projekten den aid-Ernährungsführerschein für Drittklässler an. Die Klietzer und Schönhauser Grundschulen beispielsweise nahmen die Gelegenheit schon mehrfach wahr und erfuhren alles über ausgewogene Ernährung. Gekrönt werden die Projekte stets mit der Zubereitung von Speisen für ein großes Buffet, das sie selbst und ihre Gäste verzehren. Dass gesunde Ernährung keineswegs fade und langweilig sein muss, ist den Mädchen und Jungen bereits nach der ersten Doppelstunde, in der lustige Brotgesichter auf dem Stunden- bzw. Speiseplan stehen, klar. Fünf weitere Stunden folgen, in denen die Schüler gesunde Lebensmittel kennenlernen und erfahren, was eine ausgewogene Mahlzeit beinhalten sollte. Das Programm vermittelt ebenso die Grundregeln der Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln, deren richtige Lagerung sowie einfache Verarbeitungstechniken und Handgriffe. Aber auch die Vor- und Nachbereitung darf nicht vergessen werden: Der Arbeitsplatz muss eingerichtet werden, der Tisch sollte hübsch gedeckt werden und auch Tischmanieren wollen gelernt sein.

Besonders stolz sind die kleinen Lehrlinge, wenn sie schließlich ihren persönlichen Ernährungsführerschein mit Passfoto überreicht bekommen.

Bisher haben in Sachsen-Anhalt schon knapp 7500 Kinder in 413 Schulklassen den aid-Ernährungsführerschein abgelegt. "Eine tolle Leistung, zumal nur durch eine vorgeschaltete Qualifizierungsmaßnahme des Landfrauenverbandes Sachsen-Anhalt, in welcher Interessentinnen vorab pädagogisches und hauswirtschaftliches Rüstzeug an die Hand bekamen, eine Teilnahme dieser Frauen an der eigentlichen Qualifizierung zum aid-Ernährungsführerschein in Berlin überhaupt erst möglich war", heißt es in einer Presseerklärung. "185 Landfrauen gehen bundesweit als externe Fachkräfte in die Grundschulen. Die Landfrauen aus Sachsen-Anhalt freuen sich, dass neben der 50-prozentigen Finanzierung durch das Bundesministerium nun die zweite Hälfte durch das hiesige Landwirtschaftsministerium übernommen werden soll. "Damit scheint die Fortführung des Erfolgsprojektes vorerst gesichert", so die Landesvorsitzende Brunhilde Jakobi. "Schön, dass sich die Landesregierung zu unserem wertvollen Projekt bekennt und durch den finanziellen Zuschuss dessen Fortführung sichert. Ernährungsbildung muss fortlaufend und beständig betrieben werden. Wir Landfrauen stehen für diese Nachhaltigkeit und leisten damit einen gesellschaftspolitischen Beitrag, um unsere Kinder fit, gesund und leistungsfähig für die Zukunft zu machen." Die zehn Landfrauen aus Sachsen-Anhalt stehen in den Startlöchern und werden alle Hände voll zu tun haben, den Anfragen der Schulen nachzukommen.