Eine musikalische Reise nach Sankt Petersburg haben Mitglieder des Newa-Chores am Donnerstagabend in der Köbbelitzer Kirche in Kusey unternommen. Die Sänger präsentierten neben geistlichen auch weltliche Lieder aus ihrer russischen Heimat.

Kusey l Der Newa-Chor befindet sich zurzeit auf großer Deutschland-Tournee. Drei Vertreter dieses Ensembles hatten kurzfristig noch einen Termin frei. Die Kirchengemeinde überlegte nicht lange und engagierte das Trio, namentlich waren das Olga Romanovskaja, Boris Kozin und Marina Tchernousova, für ein Konzert. Diese Kurzfristigkeit bedingte allerdings, dass nicht ausreichend die Werbetrommel gerührt werden konnte, sodass nur wenige Zuhörer von diesem kostenlosen Angebot Gebrauch machten. Lediglich elf Menschen fanden sich in der Köbbelitzer Kirche ein.

"Es ist eine große Ehre, dass wir den Newa-Chor bei uns haben. Normalerweise tritt er vor großem Publikum auf", sagte Birgit Timme zur Begrüßung. Den Sängern ist zugute zu halten, dass sie auch vor dieser kleinen Kulisse ihr Bestes gaben.

Das Repertoire von Romanovskaja, Kozin und Tchernousova reichte von kirchlichen und volkstümlichen Stücken bis hin zu klassischen Titeln.

Russisch-Orthodoxe müssen stehen bleiben

Präsentiert wurden Werke von bekannten Komponisten wie beispielsweise Peter Tschaikowski, Michail Gllinka, Sergej Rachmaninow und Anton Rubinstein. Zudem ertönte das Vater Unser von Alexander Dubianski sowie das Halleluja von Ludmilla Nawasowoja. Das seien zwei Liedermacher modernerer Prägung, wie Olga Romanovskaja berichtete. Die Leiterin des Trios informierte zudem über einige Gepflogenheiten in der russisch-orthodoxen Kirche. Demnach werde in Kirchen auf jegliche Instrumente verzichtet. Darüber hinaus dürften die Gläubigen - aus Ehrfurcht vor dem Leiden Christi - während der Gottesdienste nicht sitzen.

Spezielle Regeln gebe es für Frauen. "Sie müssen ein Kopftuch tragen", erklärte Olga Romanovskaja. Auch Röcke und Hosen seien beim Kirchgang tabu.

Für beide Geschlechter gelte, dass nicht mit vollem Magen gebeichtet werden dürfe.

Eine spezielle Bedeutung hätten die Ikonen, also die Abbilder von Heiligen. "Sie sind die Fenster zur Welt", erläuterte die Chorleiterin.

Moralisch scheint die russisch-orthodoxe Kirche etwas altmodisch, auf jeden Fall aber streng zu sein. So sind Homosexualität, vorehelicher Sex und Abtreibung verpönt.

Das Programm dauerte rund eineinhalb Stunden. Zwischendurch gab es eine Pause. Am kommenden Montag gastiert das Trio um 19 Uhr in der Jeebener Kirche.

 

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