Oebisfelde gilt seit vielen Jahrzehnten als Handballhochburg. Talentierte Mädchen und Jungen des SV Oebisfelde (SVO) wechselten auch an die Sportschule in Magdeburg. Zu ihnen gehört die mittlerweile 17 Jahre alte Pia Dietz aus Niendorf.

Oebisfelde l In Magdeburg, konkret für den HSC 2000 im Nachwuchsbereich, spielt Pia inzwischen nicht mehr, sondern sie hat den nächsten Schritt unternommen: sie befördert seit vergangenem Jahr für die Frauen des Zweitbundesligisten SV Union Halle-Neustadt die Bälle in die Tore.

Der Weg weist Richtung Bundesliga

Der handballsportliche Weg der Jugend-Nationalspielerin sei damit aber noch nicht beendet. Perspektivisch möchten die vom Dänen Jörgen Gluver trainierten Union-Frauen in die 1. Bundesliga aufsteigen. Das werde zwar noch ein wenig dauern, aktuell liegen die Hallenserinnen mit Pia Dietz auf Rang sieben in der zweiten Liga, doch machbar sei es auf jeden Fall. Welches Potenzial in der Mannschaft steckt, davon konnten sich am vergangenen Sonnabend zirka 40 Oebisfelder Handballanhänger in Berlin überzeugen. Dort traf Union im Viertelfinale des DHB-Pokals auf den Erstligisten Füchse Berlin. "Wir wollten natürlich vor allem unsere Pia sehen", sagte Ilka Breiteneder. Sie ist nicht nur Nachbarin der Familie Dietz in Niendorf, sondern auch Ehefrau von Sven und Mutter von Karl und Erik - einem Quartett, das für den Handball lebt.

Niederlage kann Pia Dietz nicht stoppen

Natürlich bekamen die Oebisfelder ihre Pia zu sehen. "Sie stand gleich in der Anfangsformation in der Abwehr und machte ihre Sache auch auf ihrer Angriffsposition im linken Rückraum sehr gut", berichtete Ilka Breiteneder weiter. Doch trotz allen Engagements der Hallenserinnen einschließlich Pia - die weiblichen Füchse zeigten, warum sie in der ersten Bundesliga spielen. Zur Halbzeit lagen sie mit 16:11 vorn und gewannen das Pokalspiel, obwohl Union gleich nach der Pause auf 15:16 verkürzen konnte, mit 30:26. Die Niederlage werde Pia auf ihrem Weg, im Frauenhandball richtig Fuß zu fassen, natürlich nicht stoppen.

Angefangen habe dabei alles Ende März 1997, als Pia das Licht der Welt erblickte. Hineingeboren wurde sie in eine Handball-Familie. Mutter Katrin und Vater Uwe, beide prägten und prägen als Aktive und Trainer die Oebisfelder Handball-Landschaft, waren die Garanten dafür, dass in Pias Adern Handballblut fließt. Mit dem Handball-Virus infiziert sei auch Pias große Schwester Franziska. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt in der ersten Frauenmannschaft des SVO, die momentan in der Sachsen-Anhalt-Liga erfolgreich unterwegs ist. "Unser Traum ist es, dass unsere beiden Töchter einmal zusammen in einer Mannschaft spielen. Doch darauf müssen wir wohl noch warten", sagte Mutter Katrin mit Blick auf die Ambitionen ihrer 1,82 Meter großen kleinen Tochter.

Hilfe der Eltern ist sehr wichtig

Natürlich sei der Abschied von Pia, als sie 2011 mit 14 Jahren zur Sportschule ging, nicht leicht gefallen. Doch Familie Dietz war, soweit es der eng bemessende Zeitrahmen zuließ, oft vor Ort, um ihre Tochter zu unterstützen. Auch als Pia Mitte 2013 für ein halbes Jahr nach Dänemark ging. Dort besuchte sie eine beim Viborger HK ansässige Handball-Akademie und spielte für Viborg im Nachwuchsbereich. Ohne die Hilfe ihrer Eltern sei das nicht möglich gewesen. Im Nachbarland, das im Handball die Weltspitze mitbestimmt, habe sie jedenfalls sehr viel gelernt. Denn dort werde ein etwas anderer Ball als in Deutschland gespielt. "Pia befindet sich noch im Lernprozess. Ich denke, wir werden in Zukunft noch sehr viel von ihr hören und unsere Freude an ihr haben ", meldete sich Nachbarin Ilka Breiteneder noch einmal zu Wort.