Gehrendorf l Dort, wo sich noch vor etwas mehr als 25 Jahren nur Fuchs und Hase aufhalten durften, dort im ehemaligen Grenzstreifen, dem heutigen Grünen Band, pulsiert die Natur in vielfältigen Lebensformen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese 1400 Kilometer lange Grüne Band durch Deutschland für mehr als 1200 gefährdete Tier- und Pflanzenarten möglichst lückenlos zu erhalten.

Der Leiter in Sachsen-Anhalt für das Projekt "Lückenschluss Grünes Band", Dieter Leupold, und der Leiter für das Flächenmanagement Sachsen-Anhalt, Christian Kunz, stellten Dienstag eine neu erworbene Kulturfläche in der Gehrendorfer Gemarkung unweit der Informationstafel vor. Dort hat der BUND mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz und durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt eine zirka neun Hektar große Weichwiese im Tauschverfahren von einem Landwirt erworben.

Sachsen-Anhalt weist viele Lücken auf

Wie Leupold erläuterte, wurde die Grünfläche zwar bereits intensiv bewirtschaftet und gilt deshalb als beeinträchtigtes Areal, doch verringert der Zukauf die Unterbrechungen des Grünen Bandes. Zukünftig soll das Stück Grün jedoch nicht brach liegen bleiben. Der BUND und der Grünlandgeber haben sich geeinigt, dass die Fläche weiterhin gemäht und durchaus auch beweidet werden kann. Über die jeweiligen Zeiträume wird sich noch verabredet, damit Brutvögel und bestimmte Wachstumsphasen nicht behindert werden.

"87 Prozent des Grünen Bandes sind in biologisch guter Verfassung. Leider fallen die meisten Anteile der restlichen Fläche auf Sachsen-Anhalt, so Leupold. Das ist darin begründet, dass in der Börde und im Harzvorland die Bodengüte ausgesprochen wertvoll für die Landwirtschaft ausfällt.