Bevor am Aschermittwoch alles vorbei ist, wurde an der Kuseyer Grundschule so richtig Fasching gefeiert. Und ein besonderer noch dazu. Die Mädchen und Jungen hatten einen Mitmachzirkus zu Gast und standen dort auch selbst in der Manege.

Kusey. Ist das ein Gewimmel auf dem Schulhof! Zwei Bauchtänzerinnen haben sich an den Händen gefasst und drehen sich ausgelassen im Kreis. An der Treppe steht ein Cowboy mit dem Revolver im Anschlag und hält nach Indianern Ausschau. Ein Mäuschen spielt mit einer Prinzessin fangen.

An einem Tag wie heute ist das kein ungewöhnliches Bild. Es ist Aschermittwoch - und die 60 Mädchen und Jungen, die in der Kuseyer Grundschule unterrichtet werden, feiern ihren Schulfasching. Selbstverständlich sind auch die Lehrerinnen verkleidet zur Schule gekommen, Schulleiterin Claudia Mühl zum Beispiel im Wikingerkostüm. Und es ist natürlich ganz klar, dass an so einem Tag kein normaler Unterricht stattfindet.

"Wir haben heute einen Mitmachzirkus zu Gast und sind schon ganz gespannt, was uns da erwartet", sagt Mühl, als sich die Kinder in einer langen Zweierreihe vor der Sporthalle sammeln. Gerade hat Natascha Sperlich vom Familienzirkus Sperlich aus dem niedersächsischen Heere signalisiert, dass die Manege eingerichtet ist und die Kinder von den Artisten erwartet werden. Im Gespräch mit der Volksstimme erzählt sie, dass der Zirkus im Winter mit Vorstellungen für Kindergärten und Schulen das Futtergeld für die Tiere verdient. Die Klein- und Haustiere wie Ponys, Lamas, Ziegen, Rinder und Tauben hat die Truppe heute nicht mitgebracht, dafür aber Clown Beppo und dessen Sohn Zitrone sowie einige Artisten, die zunächst allein, später auch gemeinsam mit den Kindern akrobatische Kunststücke vollbringen.

Voller Freude und auch ein bisschen aufgeregt nehmen die Steppkes auf den Bänken rund um die Manege Platz. Und dann geht es auch schon los. Ähnlich einem Feuerwerk begrüßt Natascha Sperlich die Kinder, macht Beppo mit den Kindern und Zitrone mit Beppo erste Späße, balanciert Sebastian auf seinem Kinn erst ein Messer, dann eine Jonglierkeule, später einen Stuhl, zwei Stühle, drei Stühle und zum anfeuernden Applaus des Publikums auch noch einen ziemlich großen Holztisch. Die Kinder staunen mit offenen Mündern. Das haben sie noch nicht gesehen!

Ebenso begeistert sind sie danach von Sandra, die Reifen nicht nur um ihre Hüften, sondern auch um Arme, Beine, Hals, also irgendwie um den ganzen Körper kreisen lässt. Bevor sie das Kunststück mit 15 (!) Reifen gleichzeitig zeigt, sind die Kinder das erste Mal selbst an der Reihe. Wer Mut hat, darf in die Manege und selbst den Hula-Hoop probieren, für acht Kinder liegen Reifen bereit. Gehen die Schüler im ersten Durchgang noch zögerlich ins Rampenlicht, sind sie bei den nächsten beiden Runden sehr viel forscher. Ein Grund ist wohl, dass sie hinterher für ihre Verbeugung vor dem Publikum stürmischen Applaus bekommen - so wie die Artisten zuvor auch.

Bei den folgenden Mitmach-Aktionen sind die Kinder dann von Anfang an Feuer und Flamme. Sie halten zu Zitrone, als der seinem Vater heimlich das Wasser austrinkt, zeigen Geschick beim Reifenwerfen und applaudieren nach jedem gezeigten Kunststück, was das Zeug hält. Vor lauter Begeisterung merken sie gar nicht, dass die Zirkusstunde wie im Fluge vergeht und auf einmal zu Ende ist. "Ja, das war wirklich eine sehr kurzweilige Vorstellung, wir hatten alle viel Spaß", bringt es Claudia Mühl zusammenfassend auf den Punkt.

 

Bilder