Klötze. In den kommenden Jahren werden sich die Bewohner der Einheitsgemeinde auf ungewohnt Erhellendes in den altmärkischen Nächten einstellen müssen: Laut EU-Verordnung müssen die Lampen energieeffizienter werden, so dass die herkömmliche Technik mittelfristig ersetzt werden muss. Eine Klötzer Delegation hat dazu am Mittwoch eine Ausstellung von E.ON Avacon in Oschersleben besucht (die Volksstimme berichtete).

Auch wenn noch Jahre ins Land gehen dürften, bis neuartige Beleuchtungen die Klötzer Innenstadt erhellen - mit der technischen Entwicklung ergeben sich viele bislang kaum denkbare Möglichkeiten, berichtet der Klötzer Bauamtsleiter Dieter Neuschulz bereits jetzt. Denn selbst wenn die Leuchtstärke gleich bliebe - mit anderen Lampen werde sich das Erscheinungsbild der nächtlichen Straßenzüge verändern.

Beispiel Leuchtdiode. Nicht nur, dass mit dieser derzeit effizientesten Methode, Licht aufs Straßenpflaster zu bringen, neue Methoden der Installation notwendig werden. Vielmehr streuen die Lampen mehr. Was das bedeutet, erklärt der Klötzer Bauamtsleiter auf Nachfrage der Volksstimme: "Der Lichtkegel der LED-Lampen ist nicht so eng wie der der gewohnten Quecksilber- und Natriumdampflampen." Im Klartext bedeutet dies, dass größere Flächen unter den Lampen beleuchtet werden. "Allerdings bedeutet dies auch, dass das Licht weniger hell erscheint - obwohl tatsächlich die gleiche Lichtmenge vom Leuchtmittel abgestrahlt wird", erklärt Dieter Neuschulz. Die Folge: Straßen und Wege, an denen die bisherigen Lampen durch Leuchtdioden ersetzt würden, würden unter den Lampen dunkler als gewohnt, zwischen den Lampen heller als gewohnt erscheinen. Dieter Neuschulz: "Das ist sicher eine Frage der Gewohnheit, möglicherweise wegen einer gleichmäßigeren Beleuchtung sogar eine Verbesserung der bisherigen Situation."

Schutz vor nervösen Fingern der Randalierer

Aufgrund der größeren Streuung der neuen Lampentechnologie könnten sogar völlig neue Wege in der Straßenbeleuchtung gegangen werden. So wäre es möglich, mit niedrigeren Laternenmasten zu arbeiten. Wenngleich diese Ersparnis möglicherweise in Form von größerem Aufwand für die Sicherheit aufgefressen würde: Niedrig hängende Lampen wären wahrscheinlich eher den nervösen Fingern von Randalieren ausgesetzt als die bisherigen Straßenleuchten, deren Lampen in mehreren Metern Höhe über Wegen und Straßen montiert sind.

Radikal wäre auch eine weitere Variante. Dieter Neuschulz: "Eine in Zukunft ebenfalls durchaus umsetzbare Variante wären Leuchtbänder für die Wege. Dann hätten wir das Licht wirklich dort, wo wir es brauchen: Auf dem Boden." Der Bauamtsleiter bekennt allerdings, dass diese Ideen doch eher Zukunftsmusik sind: "Niedrigere Laternenmasten und Leuchtbänder in den Wegen - das ist natürlich mit wesentlich höheren Investitionen verbunden als der Austausch der Beleuchtungstechnik an den bereits stehenden Laternenmasten." Folglich sind diese Ideen vor allem dann überlegenswert, wenn eine Straße oder ein Weg neu gebaut oder saniert wird.

Keinen Zweifel lässt Dieter Neuschulz indes daran, dass Klötze keineswegs ein Vorreiter auf dem Weg zu modernster Beleuchtung sein wird: "In größeren Städten, wo ständig neu gebaut wird, bietet sich ja schon jetzt die Gelegenheit, die neuen Technologien in der Praxis auszuprobieren." Aus den Erfahrungen dieser Städte in Sachen Beleuchtungstechnik wolle man lernen und Schlussfolgerungen auch für das Gebiet der Einheitsgemeinde ziehen.

   

Bilder