Beetzendorf (wmo). Zwei gebrauchte Einsatzfahrzeuge schafft sich die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf in diesem Jahr für ihre Feuerwehren an. Zum einen braucht die Beetzendorfer Feuerwehr Ersatz für ihr in die Jahre gekommenes Tanklöschfahrzeug Marke W 50 aus DDR-Zeiten. "Es ist seit Wochen kaputt und nicht einsatzbereit. Die Reparatur würde bis zu 20 000 Euro kosten", erläuterte VG-Wehrleiter Bert Juschus während der Haushaltslesung im Rat.

Anstelle des defekten Fahrzeugs aus dem Jahr 1971 soll ein werkstattgepflegter, 30 Jahre jüngerer MAN-Tanker gekauft werden. "Die Reifen des alten W 50 haben wir an das Fahrzeug der Wallstawer Wehr geschraubt, so dass dieses jetzt wieder durch den TÜV kommt", berichtete Juschus.

Auch die Dährer Wehr soll ein gebrauchtes Fahrzeug erhalten. Dabei handelt es sich nach Angaben des VG-Wehrleiters um einen Tatra-Tanker, der in einer Feuerwehrschule als Vorführfahrzeug genutzt wurde. "Es ist ein HLF 20/16, das 1600 Liter Wasser mit an Bord nehmen kann", erklärte Bert Juschus. Dafür werden in Dähre zwei alte DDR-Fahrzeuge ausgemustert. Insgesamt betrifft die Ausrangierung VG-weit vier alte Fahrzeuge.

Ursprünglich waren Anschaffungen zweier brandneuer Einsatzfahrzeuge im Haushalt geplant worden. Diese hätten jedoch 235 000 Euro gekostet. Durch das Umschwenken auf die Gebrauchtwagenlösung konnten erhebliche Mittel gespart werden.

Für Dienst- und Schutzbekleidung sieht der Haushalt 40 000 Euro vor, 30 000 Euro weniger als noch im Ansatz des Vorjahres. Mit dem Geld soll die Anschaffung von Dienstuniformen der Kameraden gestartet werden. "Stück für Stück, so dass die Wehren bis 2013 komplett ausgestattet sind", erklärte Juschus während der Jahreshauptversammlung der Bornsener Brandbekämpfer. Die Einsatzbekleidung wurde bereits überall auf den vorgeschriebenen Hupf-Standard gebracht.

82 500 Euro stehen für die Fahrzeughaltung der Wehren zu Buche. So muss unter anderem das Tanklöschfahrzeug in Siedenlangenbeck repariert werden und auch das Schadewohler Fahrzeug braucht eine Generalüberholung, weil es durchzurosten droht. Im vergangenen Jahr wurde bei 59 000 Euro Ausgaben für diese Position ein Stoppzeichen seitens der Verwaltung gesetzt, weil gleichzeitig die Kosten für die Bewirtschaftung der Feuerwehrhäuser explodiert sind (wir berichteten).

Enthalten im Haushalt sind auch Verfügungsmittel für die Wehren in Höhe von drei Euro je aktivem Kamerad. "Das ist eher eine symbolische Geste, aber immerhin ein Anfang", so Juschus. Kuhfeldes Bürgermeister Frank Leskien wies darauf hin, dass dieses Geld eigentlich die Gemeinden direkt zahlen könnten. "Bei uns haben wir das im Haushalt geregelt, dass auch die Feuerwehr bedacht wird", erklärte Leskien. VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann gab jedoch zu bedenken, dass dies längst nicht in jeder Gemeinde so gehandhabt wird und deshalb die VG eine einheitliche Lösung angestrebt habe. Dies betrifft auch Trauerfälle in den Wehren, für die 25 Euro je Ereignis zur Verfügung stehen, sowie Jubiläen. "Für jedes Jubiläumsjahr einer Wehr steuern wir einen Euro bei", erklärte Lüdemann. Die Ausgaben für diese symbolische Unterstützung der Wehren summieren sich auf insgesamt 8000 Euro.