Der Papageienkuchen im Dienstraum des Gerätehauses verkündete es bunt und süß: "Völpker Schlauchmäuse" stand auf der Kruste geschrieben - der Name der in dieser Woche neu gegründeten Völpker Kinderfeuerwehr, die fortan zweimal im Monat die ersten kleinen Helfer- und Retterschritte gehen will.

Völpke l Die Überraschungen für Ramona Lüders wollten kein Ende nehmen. Als Verantwortliche für die "Völpker Schlauchmäuse" nahm die 34-jährige Feuerwehrfrau am Mittwochnachmittag nicht nur die vielen Glückwünsche der Gründungsgäste entgegen, sondern auch so manches unerwartete Präsent zum Start.

Den Anfang machte Verbandsgemeindebürgermeister Frank Frenkel, der Lüders die obligatorische Gründungsurkunde überreichte und sogleich die offiziell berufende "Funktionsübertragung zur Leiterin einer Kinderfeuerwehr" dazugab. "Sie übernehmen hier eine besondere Verantwortung, das ist eine tolle und wichtige Geschichte, und für die Verbandsgemeinde rundet sich damit ein Bild ab, da es nun schon die fünfte Kinderfeuerwehr in der Oberen Aller ist", sagte Frenkel an Lüders gewandt und packte noch ein Starterpaket, gefüllt mit Schulungs- und Beschäftigungsmaterial wie Bücher, Spiele und DVDs, obendrauf.

Überraschung Nummer zwei lieferte Barnebergs Jugendwartin Silke Thierfeld in Form eines großen Plüsch-Grisus. Damit war die Maskottchenfrage auch direkt geklärt. Dritter im Überraschungsbunde war Völpkes Jugendwart Peter Meininger, der mit Hilfe örtlicher Sponsoren heimlich die "Uniform" für die Kinderfeuerwehr hat anfertigen lassen: rote Shirts in verschiedenen Größen mit dem Schriftzug "Völpker Schlauchmäuse".

"Ich bin überwältigt", gab Lüders zu, "damit habe ich nicht gerechnet - so viele Gäste, die unserer kleinen Gruppe alles Gute wünschen." Zur Gratulantenschar zählten auch Vertreter der Nachbarwehren. Bürgermeister Wolfgang Smolin hatte im Namen der Gemeinde eine "kleine Finanzspritze für den Anfang" mitgebracht und meinte: "Wir werden euch unterstützen, wo wir können."

Ulf Nohr, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, erklärte: "Im Verband ist das jetzt die 14. Kinderfeuerwehr. Ich sehe da eine gute Entwicklung, die wir mit Bedacht nehmen." Zu den Kindern sagte Nohr: "Ihr habt euch eines der schönsten Hobbys ausgesucht, das man haben kann. Bleibt dabei, ihr seid unsere Zukunft!" Und auch er war nicht mit leeren Händen gekommen, überreichte eine Erinnerungsplakette sowie eine Fuhre Feuerwehrteddys.

In Klaus Glandien, Vorsitzender der Verkehrswacht mit Sitz in Völpke, meldete sich ein weiterer Befürworter der Kinderfeuerwehr zu Wort: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit euch. Unser Ansinnen bleibt, dass wir uns den Nachwuchs nicht gegenseitig wegnehmen, sondern uns miteinander ergänzen."

Die ersten sechs Kinder sind bereits angemeldet, weitere seien "im Anmarsch". "Wir sind bereit und würden uns natürlich sehr freuen, wenn noch einige Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zu uns stoßen", sagte Ramona Lüders. Die Aufgabe, die sie zusammen mit Kay Meininger ab 27. Februar in Angriff nimmt, beschreibt sie so: "Wir wollen den Kindern beibringen, wie man sich im Notfall verhält, was man tun sollte und was nicht; wir werden Orientierungsmärsche unternehmen, und natürlich sollen Spaß und Spiel nicht zu kurz kommen."

Bilder