Zur Person

Beatrix Kämz ist 54 Jahre alt, alleinstehend, hat zwei Söhne und ein Enkelkind. Sie arbeitet als Lehrerin an der Förderschule in Klein Oschersleben. Kämz ist Mitglied im Eilsleber Gemeinderat - parteilos, doch der CDU-Fraktion angeschlossen. Bis 2014 war sie auch Vertreterin im ersten Verbandsgemeinderat Obere Aller. Von 1994 bis zur Eingemeindung 2010 war sie ehrenamtliche Bürgermeisterin in ihrem Heimatdorf Druxberge.

Druxberge l Dass es in der Woche vor der Wahl zu einem wahren Marathon in Sachen Kandidatenvorstellung in den Ortsteilen der Gemeinde kommt, hatte Beatrix Kämz so nicht erwartet und auch nicht unbedingt gewollt: "Das ist jetzt schon ein bisschen Wahlkampfmaschinerie mit Flyern und Foren, in die man reingerät, aber es ist ein Wunsch, der im Rat und in den Orten aufgekommen ist, und die Bürger sollen ja auch wissen, wer da eigentlich zur Wahl steht." So sind sie und Manfred Jordan von heute an bis Freitag fünfmal im Einsatz, um sich zu präsentieren und natürlich auch den Fragen der Bürger zu stellen.

Kämz` Überzeugung ist: "Ich will nicht sagen, dass ich es besser mache, aber auf jeden Fall anders." Sie schätze Jordan, "es gibt aber Reibungspunkte". Speziell die "Umsetzung einheitlicher Ratsmeinungen" sei unter Jordans Führung "nicht so prall und verbesserungswürdig", so die derzeitige Gemeinderätin mit Bürgermeistererfahrung.

Vor der Aufgabe, für die gewachsene Gemeinde entscheidend mitverantwortlich zu sein, hegt Kämz "einen gesunden Respekt, denn das ist kein Kinderspiel, sondern nochmal eine andere Nummer als nur Druxberge für sich genommen." Sie wisse jedoch, dass der Gemeinderat "ein funktionierendes und auch fachkompetentes Gremium" ist, auf dessen Unterstützung sie setze: "Ich denke, der Rat arbeitet auch im Sinne der Ortsteile, die man sicherlich nicht als Stiefkinder bezeichnen kann, gut miteinander. Und das unter der Abhängigkeit vom Geld beziehungsweise der finanziellen Ausstattung, auf die wir relativ wenig Einfluss haben." Wichtig sei daher "ein vernünftiges Wirtschaften ohne sinnlose Gebührenerhöhungen, die allenfalls wenige Euro mehr und trotzdem ein Minus bringen." Die Differenz "zwischen dem eigenen kommunalen Willen und dem Zwang von oben" sei "aber leider oft enorm".

Vorzuziehen seien dauerhafte Einkünfte, die sich auf der Habenseite auch wirklich bemerkbar machten. Kämz zählt zum Beispiel die angedachte gewerbliche Photovoltaikanlage auf dem Eilsleber Fuchsberg dazu: "Das bringt Geld, und wir müssen eben auch darauf achten, dass wir Einnahmen haben. Wir sollten uns glücklich schätzen, dass ein Investor das Gelände nutzen und auch selbst herrichten will."

In der Frage um den Standort des neuen Feuerwehrhauses "konnte ich mir noch gar kein vernünftiges Bild machen, weil uns im Rat dazu bisher nur lose Brocken hingeworfen wurden." Das sei "eben auch so eine Angelegenheit, die man mit uns mal konkret besprechen müsste, damit man sich einen eigenen Standpunkt erarbeiten kann, statt alles nur häppchenweise und hintenrum zu erfahren."

Als Außenseiterin gegen den langjährigen Bürgermeister betrachtet sich Beatrix Kämz nicht: "Ich betrachte mich als Herausforderin auf Augenhöhe, bin dabei nicht diejenige, die viel und gern redet, sondern sich lieber an der Arbeitsweise messen lässt."

Wahlforen mit beiden Eilsleber Kandidaten - Ovelgünne/Siegersleben: heute, 18 Uhr, Saal der Feuerwehr; Wormsdorf: Mittwoch, 19 Uhr, DRK; Eilsleben: Donnerstag, 19 Uhr, Gemeindezentrum; Drackenstedt: Freitag, 17.30 Uhr, Kleine Schule; Druxberge: Freitag, 19 Uhr Bürgerhaus.