Der Wahlkampf vor der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Eilsleben sollte auf letzter Strecke in dieser Woche einen kräftigen Schub bekommen. Das Bürgerinteresse an den ersten beiden von sechs Wahlforen allerdings hielt sich in überschaubaren Grenzen.

Wormsdorf l Gut die Hälfte der aufgereihten Plätze im Wormsdorfer "Anbau" ist am Mittwochabend unbesetzt geblieben. Nur rund 20 Gäste - die meisten aus Wormsdorf, einige aus Eilsleben und Druxberge - wohnten der Debatte zwischen Amtsinhaber Manfred Jordan (Eilsleben) und seiner Herausforderin Beatrix Kämz (Druxberge, beide parteilos) bei. Zum Forum am Abend zuvor in Ovelgünne hatten sich gar nur drei Besucher eingefunden. "Von daher ist das hier schon richtig gut besucht", merkte Kandidatin Kämz an.

Bernd Wipper, stellvertretender Bürgermeister und Moderator des Forums, brachte sein Bedauern zum Ausdruck, "dass doch recht wenig Leute gekommen sind, denn eigentlich ist die Bürgermeisterwahl ja eine spannende Sache für unsere Großgemeinde, nur leider wohl nicht spannend genug." Dennoch zeigten sich beide Kandidaten dankbar für die Gelegenheit zum Gedanken- und Meinungsaustausch vor immerhin nicht völlig enttäuschender Kulisse.

Inhaltlich fokussierte es sich in den etwas mehr als zwei Stunden der Wormsdorfer Diskussionsrunde immer wieder auf zwei Aspekte des Bürgermeisteramts: Wie nachdrücklich kann und sollte man gefasste Beschlüsse gegenüber der Gemeindeverwaltung einfordern? Und welches finanzielle Grundprinzip - Sparen oder Erhöhen - sollte verfolgt werden, um die Haushaltslage zu verbessern? Die Kandidaten vertreten in beiden Punkten durchaus unterschiedliche Auffassungen. Zum mit dem Leitwort "weisungsberechtigt" verknüpften ersten Punkt sagte Manfred Jordan: "Ich kann den Verwaltungsmitarbeitern nicht ihre Arbeit diktieren, zumal es in der Verbandsgemeinde noch sechs andere Bürgermeister gibt, die ihre Gemeindebeschlüsse bearbeitet sehen wollen. Es braucht eben alles seine Zeit, aber es läuft doch."

Beatrix Kämz hielt dagegen: "Man kann als Bürgermeister sehr wohl mehr Einfluss nehmen. Die Verwaltung bekommt von uns das Geld, arbeitet in unserem Auftrag. Gibt es Probleme, bespricht man das mit dem Verwaltungsleiter. Diese Initiative kommt bislang viel zu kurz." Aus den Bürgerreihen wurden zu dem Thema Einzelbeispiele vorgebracht, die ihrer Meinung nach unbefriedigend, nicht energisch genug verfolgt worden sind: der sich hinziehende Straßenbau in der Wormsdorfer Bucht sowie die Errichtung einer Haltestelle und die Sanierung des alten Schulhauses in Druxberge.

Zur Finanzlage dann leitete Bernd Wipper fragend mit dem Einwurf über, ob die gezielte Suche nach Einsparmöglichkeiten nicht "zunächst die logischere Option" sei "statt nach immer neuen Einnahmequellen zu wühlen". "Sparen ist gut und schön, und wir tun schon unser Bestes", merkte Manfred Jordan dazu an, "aber es führt uns in Summe nicht dahin, was nötig ist, um die bis zu 80000 Euro auszugleichen, die uns wohl im nächsten Jahr erst mal fehlen werden. Wir müssen einfach an der einen oder anderen Schraube drehen."

Beatrix Kämz ging nicht näher auf die Sparfrage ein, sondern betonte abermals, dass "Gebührenerhöhungen aus meiner Sicht nicht mehr viel bringen". Sie sehe "größeres Potenzial in der Schaffung und Vermarktung von Wohnraum". Einig sind sich beide darin, dass ein Verkauf des kommunalen Wohnungsbestands der falsche Weg sei und man die seltenen Gelegenheiten zur gewerblichen Ansiedlung wie aktuell mit der Photovoltaikanlage auf dem Eilsleber Zuckerfabrikgelände beim Schopfe packen müsse.

Für die Kandidaten war die Reihe der Wahlforen vor dem Tag der Entscheidung damit noch nicht beendet; für Donnerstagabend war ein weiteres in der Muttergemeinde Eilsleben angesetzt, am heutigen Freitag finden noch zwei Gesprächsrunden in den Ortsteilen Drackenstedt (17.30 Uhr, Kleine Schule) und Druxberge (19 Uhr, Bürgerhaus) statt.