Seehausen l Für die Aktion gibt es mehrere Gründe. Zum einen zieht sich die Umsetzung der Autobahn, auf der längst die Autos rollen sollten, für viele unerträglich lange hin, zum anderen würden Projektgegner, die unter anderem den Ausbau der B 189 fordern, auch nicht müde, in der Öffentlichkeit für ihre Ziele zu werben, hieß es vor Ort.

Die Seehäuser und ihre Mitstreiter wollten also Flagge für die A 14, aber auch für die B190n, wie sie als sogenannte Hosenträgervariante geplant ist, zeigen. Flaggen sahen die Beobachter mit dem Beginn der Demo weniger, dafür jede Menge Schilder und Plakate mit eindeutigen Forderungen, die viele der knapp 500 Besucher in die Höhe reckten.

Nachdem die Idee für die Veranstaltung schon Anfang des Jahren geboren war, wegen des Elbehochwassers aber verschoben werden musste (wir berichteten), war der Termin kurz vor der Bundestagswahl nicht schlecht platziert. Die altmärkischen Bundestagsdirektkandidaten der drei großen Volksparteien, deren Unterstützer, aber auch Landtagsabgeordnete, Bürgermeister aus dem Umland, die Landräte aus Stendal sowie der Prignitz und viele andere Projektbefürworter von beiden Seiten der Elbe sowie aus dem Raum Salzwedel waren der Einladung an die "Sachsenfalle" bei Seehausen gefolgt, wo die B 190 auf die B189 mündet und endet, satt über eine neue Elbbrücke eine kurze Anbindung an den Großraum Berlin zu schaffen.

Sommerwetter: Petrus ein A-14-Befürworter

Walter Fiedler, der sich bei seinen Mitstreitern bedankte und wohl auch angesichts der organisatorischen Schwierigkeiten und amtlichen Hürden erleichtert über die gute Resonanz auch bei und Presse, Funk oder Fernsehn war, gab aufgeräumt Interviews und bemerkte bei hochsommerlichen Wetter nebenbei, dass Petrus wohl auch ein A-14-Befürworter sei. Dafür und natürlich für die Pro-Autobahn-Bekenntnisse der Redner gab es reichlich Beifall vom Publikum. So auch als Ex-Verkehrsminster Karl-Heinz Daehre sozusagen in Vertretung seines verhinderten Nachfolgers Thomas Webel zum Mikrofon griff und daran erinnerte, wie bemerkenswert es in Zeiten von Stuttgart 21 sei, dass Menschen für und nicht gegen ein Bauprojekt auf die Straße gehen und wiederholt bekräftigte, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Autobahn wolle, was auch der BUND zur Kenntnis nehmen müsse.

Investoren fragen nach Verkehrsanbindung


Bei der am grünsten geplanten Autobahn Deutschlands von vornherein zu drohen, gegen jeden Abschnitt zu klagen, ohne die Papiere zu kennen, sei kein Zeichen von Demokratie. Landrat Carsten Wulfänger (CDU) betonte, wie wichtige die Straße für die Region sei und erinnerte daran, wie viele Investoren Gespräche abbrechen, wenn die Region keine Autobahnanbindung bieten könne. Neben ihm und anderen forderte auch der zehnjährige Marten Jerome aus Salzwedel, der sich auf die Bühne "geschmuggelt" hatte: "Wir brauche die Autobahn! Jetzt!"

   

Bilder

 

Seehausen: Demo für schnellen A-14-Bau

Seehausen (rfr). Obwohl die A 14 durch die Altmark für deren Befürworter gesetzt ist, demonstrierten am Sonnabend bei Seehausen 500 Menschen für die schnelle Umsetzung des Projektes.