Mitfiebern, herzhaft lachen und über das Talent der Laienschauspieler staunen, das alles erlebte das Publikum der Aufführung von "Der gestiefelte Kater" in Langenapel. Im Kulturhaus blieb am Sonnabend kein Stuhl frei.

Langenapel l Wie schaffen es Laienschauspieler, Alt und Jung gleichermaßen zu fesseln? "Mit hauseigenem, märchenhaftem Charme und viel Enthusiasmus", sagt Birte Giese. Mit ihrer Theatercrew hat sie das inzwischen siebente Märchen auf die Bühne gebracht und damit einmal mehr für Furore in Langenapel gesorgt. Beim gestiefelten Kater am Sonnabend wurde viel gelacht, es gab etwas zu lernen und beste Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen.

"Alles beginnt mit dem ersten Schritt", lernt der Müllersohn, der sich mit seinem Erbe, dem naseweisen Kater gestraft sieht. Am Ende hat er Giaccomo, gespielt von Carsten Scheper, sein Glück zu verdanken. Doch bis es soweit ist, gibt es für den Müller und späteren Grafen viel zu erleben. Denn obwohl sich die Aufführung inhaltlich an das Grimm\'sche Märchen hielt, waren die selbstgeschriebenen Texte mit einem Augenzwinkern versehen und auf die lokalen Gegebenheiten gemünzt. Sehr zur Freude des Publikums. Auch die einzelnen Charaktere der Märchenfiguren waren super herausgearbeitet und von den Schauspielern talentiert umgesetzt, zum Beispiel der nörgelige geizige König und seine verwöhnte Tochter. Der Medicus bescheinigte ihm, an der Rebhuhnius Abstinensis zu leiden. Um die zu heilen, bedurfte es der Hilfe der Schlosskätzchen und der Kräuterfee. Deren Kräutertrank und das Geschick und die Schläue des gestiefelten Katers machten aus dem Müllerssohn den Grafen von der Mühle.

Geläutert gab der König zu, dass er seinem Volk gegenüber zu garstig und zu geizig war. "Ich mache alles wieder gut, auch wenn es mich was kosten tut", sprach er und gab seine Tochter dem Müller zur Frau.

Zum Schluss wissen alle, worauf es im Leben ankommt. Die weise Kräuterfee hatte es ihnen schon während des Stückes mit auf dem Weg gegeben: "Eine Prise Mut, eine Prise Tatkraft und eine Prise Glück." Natürlich dürfen Herzensgüte und Liebe nicht fehlen.

Neben den Hauptfiguren waren es die Nebenrollen, die das Stück so kurzweilig und lustig machten: der Medicus, der die Kutsche ziehen muss, der italienische Koch, der kein Rebhuhnragout kochen kann, die Bäckerin, die dem König die bittere Medizin versüßt, der Schuster oder einfältige Zauberer, der als Spielzeugmaus auf die Bühne zurückkehrt.

Die heimlichen Stars waren die kleinen Kätzchen und Mäuschen, gespielt von elf Kindern und Jugendlichen. Abgerundet wurde das Märchen von mit Liebe zum Detail geschneiderten Kostümen, einem aufwendigen Bühnenbild, vielen Requisiten und der passend zu den Szenen eingespielten Musik.

Birtes Theatercrew hat wieder viel Enthusiasmus ins Spiel gebracht, um ihrem Publikum was zu bieten. Das Schauspiel zeigte, welche Talente in Altmärkern schlummern, die außerhalb der Proben und Spielzeit ihrem Beruf nachgehen. Die Besucher sparten daher nicht mit Applaus und Spenden, die der Jugendarbeit des Sportvereins Langenapel zugute kommen sollen.

Bevor das Stück begann, spielten die Jagdhornbläser Wallstawe, und die Gäste ließen sich den von den Sportfrauen gebackenen Kuchen schmecken.

Am 5. Januar ist das Stück ab 15 Uhr noch einmal zu erleben. Mehr Bilder sehen Sie im Internet unter www.volksstimme.de/salzwedel.

   

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